179Gegeben bei der h. Stadt Jerusalem von unserem ehrwürdigenConvente des h. Erlösers am 1. April im Jahre des Herrn 1864.5. April. 6½ Uhr Morgens gingen Herr Reg.-Rath Dr. Schlünkes, Herr Pastor Lambertz und ich ausJerusalem's Thoren nach der Todesangst=Grotte, wo HerrDr. Schlünkes an dem Altar, der auf der Stelle erbautist, wo der Herr Blut schwitzte, die h. Messe las, inwelcher ich diente und wobei ich die h. Communionempfing. Der diese hl. Grotte bedienende Bruder gabmir noch einige Steine aus derselben und Blumen, dieam Morgen im Garten Gethsemane gepflückt und diewährend der h. Messe auf dem Altar gestanden hatten.Von hier aus begaben wir uns in die nahe hierbei ge-legene griechische Kirche. Vom Haupteingang führt eineaus vielen Stufen bestehende Treppe hinab und kommtman an den Gräbern Joachim's und Anna's und an demGrabe des hl. Joseph vorbei. Das Grab der aller-seligsten Jungfrau Maria liegt unten in der Kirche.Die Griechen hatten heute Festtag und die Kirche warso angefüllt, daß wir uns nur mit der größten Mühein diese für jeden Christen so theuere Stätten begebenkonnten. Das Grab Mariä ist mit vielen goldenen undsilbernen Lampen geschmückt, mehr konnte ich leider nichtsehen. Die andern Gräber waren einfach in Felsen aus-gehauen, jedoch sonst mit keinen Zierrathen versehen.Von hier begaben wir uns nach Jerusalem zurück undsahen eine türkische Karawane, die nach Mekka pilgerteund hier lagerte und sich uns ein recht lebendiges Bildvon einer türkischen Pilgergesellschaft darbot. Es konn-ten wohl 4—500 Männer, Frauen und Kinder sein, die
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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
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179
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