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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
139
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139Tempels Tag und Nacht ertönte:Wehe! Wehe derStadt! Wehe dem Volke! Wehe dem Tempel! Alswir begleitet und umgeben von türkischen Soldaten anden mit einer Mauer umgebenen Platz ankamen, mußtenwir unsere Fußbekleidung ab= und Sandalen (Fußsohlen)anlegen. Der erste Platz, wo das Oratorium gestanden,ist 144 Schritte im Quadrat groß. Hier stand derGerichtssaal Salomo's. Noch waren einzelne Gerichts-häuser aus Marmor vorhanden, die wohl mit unsernBeichtstühlen verglichen werden können. Der Hohepriesteroder Schriftgelehrte ertheilte von diesen Häusern vonbeiden Seiten dem Volke Rath und Hülfe. Von hierist noch ein freier Platz zu überschreiten von 105 Schrittenbis zur Omar=Moschee, nächst Mekka für die Türken dasgrößte Heiligthum.Der ganze Tempelplatz soll einen Flächenraum von50 Morgen enthalten, ist zum Theil von weißem Mar-mor belegt und mit Oliven=, Cypressen= und Oranien-bäumen bepflanzt. Die Oscar=Moschee bildet ein Achteckund ist im Durchmesser 159½ Fuß groß. Acht Pfeilerund 16 Säulen bilden den zweiten Umgang und vierPfeiler und 12 Säulen, welche die mit dem Halbmondgekrönte Kuppel tragen, bilden den ersten Umgang umden h. Fels. Die Säulen und Pfeiler sind von Marmorund unter einander mit halbrunden Bogen verbunden.In den äußeren Seiten des Achtecks sind hohe Nischenzum Theil mit Fenstern; die Seiten reich mit Marmorund Mosaiktafeln bekleidet. Die Decke ist flach mit Ro-setten verziert. In der Oscar=Moschee wurde unter derKuppel unter einem Baldachin der große Stein gezeigt,