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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
126
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Stabat Mater dolorosaJuxta Crucem lacrymosa,Dum pendebat filius,Cujus animam gementemContristatem et dolentemPertransivit gladius.O quam tristis et afflictaFuit illa benedictaMater Unigeniti!Quæ mœrebat et dolebatEt tremebat, cum videbatNati pœnas inclyti.Quis est homo, qui non fieret,Christi matrem si videretIn tanto supplicio.Quis non posset contristariPiam matrem contemplariDolentem cum filio?Pro peccatis suae gentisVidit Jesum in tormentisEt flagellis subditum,Vidit dulcem suum natumMorientem, desolatum,Dum emisit spiritum.Eja mater, fons amoris!Me sentire vim dolorisFac, ut tecum lugeam.Fac, ut ardeat cor meum,

126Stand die Mutter voller Schmer-zen,Weinte bei dem Kreuz von Herzen,Wo der Sohn den Tod erlitt.Ihre Seele voll Verzagens,Voll der Seufzer, voll des KlagensBittern Leides Schwert durch-schnitt.O wie traurig ihm zur SeiteMußte die GebenedeiteEin'gen Sohnes Mutter sein!Klag' erhebend, sich ergebendAngsterbebend, nun erlebendDes erhab'nen Sohnes Pein.Wo ein Auge, das nicht thauteWenn es Christi Mutter schauteVon so herber Qual ereilt?Wer gewahrte sonder SchauerHier der frommen Mutter Trauer,Die des Sohnes Schmerzen theilt?Für des Volkes SündenschuldenSieht sie Jesum Marter duldenUnd der Geißel bitt're Noth;Sieht den süßen Sohn verderben,Sieht ihn so verlassen sterben,Sterben hier am Kreuz den Tod.Laß, o Mutter! Liebesbronnen!Mich, in gleichem Schmerz zer-ronnenMit dir trauern Tag für Tag.Mach' daß mein Gemüth ent-brenne,