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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Entstehung
Seite
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112Nach der Anbetung des heil. Kreuzes begab die Klara-wane sich nach dem Hospiz zurück und wir machten gleichnach Mittag durch Jerusalem's Gassen den KreuzwegDie via Dolorosa wird als denselben Weg bezeichnet,den der Heiland, mit dem Kreuz beladen, nach Golgathawandelte, und wo Er zu den weinenden Frauen sprach:Weinet nicht über Mich, sondern über euch und eureKinder. Die einzelnen Stationen sind an den Mauernoder durch Ueberreste von Säulen, welche von Kapellenherrühren, die die fromme Kaiserin Helena dort hatteerrichten lassen, bezeichnet. Auch wird auf diesem Wegedas Haus der hl. Veronika gezeigt. Bei jeder Stationknieten wir in den Staub und beteten laut die vorge-schriebenen Stationsgebete, welche mit einem vollkommenenAblaß verbunden sind. Die Schismatiker und selbst dieTürken, die uns in großer Anzahl umstanden, störtenuns in unserer Andacht nicht.Charfreitag Abends um 7 Uhr fand in der heil.Grabeskirche unter Anführung des Patriarchen die feier-liche Prozession und Kreuzabnahme statt. Bei der Pro-zession wurde an sieben verschiedenen Stellen, jedesmalin einer anderen Sprache, die Predigt gehalten.Fürdie Deutschen hielt der hochw. Abt Herr Haneberg ausMünchen auf Golgatha in der Kreuzigungskapelle diePredigt, worin er so ergreifend auf den Tod des Herrnhinwies und uns ermahnte, die Gnaden, die wir Allean dieser erhabenen Stelle erhalten, doch nie, nie zuvergessen und den Herrn, der für unsere Sünden, wiefür die der ganzen Welt gekreuzigt worden, mit keinerSünde mehr zu beleidigen, auch die Erinnerung an