16ein Katafalk, mit bischöflichen Insignien geschmückt, errich-tet war. Es sollte nämlich am folgenden Morgen fürden letzten Abt an dieser Kirche ein Todtenamt gehaltenwerden. Wir besahen noch die Kirche der Franziskanerund mehrere schöne öffentliche Gebäude. Ermüdet ging ichin ein Café, um mich etwas zu stärken, und den Abendbrachte ich wieder im Kloster der Dominikanerväter zu.Den 1. März durch die Güte des Herrn Kriegs-Ministers hatte die Karawane die Erlaubniß, das Kais.Kgl. Arsenal zu besuchen, wobei sich drei Dominikaner,die dasselbe noch nicht kannten, anschlossen.In dem sehr großen Gebäude werden alle nur er-denkliche Schuß= und Schwertwaffen, von Anfang biszur Vollendung angefertigt. Die Waffenſammlung ent-hält Schieß= und Schwertwaffen, Panzer 2c. aus allenJahrhunderten. Auch ein Dritttheil der Kette, womitdie Türken die Donau bei der Belagerung Wien's abge-sperrt, sowie der Hut Gottfried's von Bouillon war dortzu sehen. In der im Arsenal befindlichen Kapelle stehtauf dem Altare eine Muttergottesstatue, welche früherüber dem Eingange des Gebäudes ihren Platz hatte, und1848, als die Rebellen das Arsenal bestürmten und be-schossen, während des heftigen Kugelregens unbeschädigtblieb. Während die Karawane das Arsenal besah, hatteunser Präsident, Herr Hermens, Audienz bei Sr. Maj.dem Kaiser. Den Nachmittag machten wir noch einigeBesuche, Abends packten wir unsere Koffer ein, weil wirden andern Morgen abreisen wollten.
Druckschrift
Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Seite
16
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