und die herrlichsten und schönsten im Kloster sind. Nach-dem wir uns von der Nachtreise etwas erholt und einigeErfrischungen genommen, besichtigten wir in Begleitungdes Pater Albert die St. Stephanskirche und machtendem hochwürdigen Herrn Consistorialrath und päpstlichenKämmerer Kornheisel unsere Aufwartung und ich über-reichte demselben meine Empfehlungsbriefe. Ich erbatden übrigen Herren der Karawane und mir eine Audienzbei dem Herrn Cardinal=Erzbischof von Wien zu erwir-ken. Die Audienz gewährte der Herr Cardinal von Rau-scher auf den folgenden Morgen. Mit großem Dankeerinnere ich mich der liebevollen Aufnahme bei demHerrn Kornheisel und der vielen guten Rathschläge undEmpfehlungen, die derselbe mir mit auf den Weg nachdem heiligen Lande gab, sowie auch des freundlichenGegenbesuches im Kloster. Bei dieser Gelegenheit über-reichte derselbe mir ein Buch über das österreichischeHospiz in Jerusalem, seine Photographie und einenEmpfehlungsbrief an den Monsignore Nardi in Rom,wogegen ich ihm mein Bild zurückließ.Auch versprach mir der hochwürdige Herr seinen Be-such nach meiner Rückkehr in Düsseldorf, der auch zumeiner größten Freude erfolgt ist.Nachmittags besuchten wir die Kaisergruft und Schatz-kammer im Kapuzinerkloster. An den schön gearbeitetenTodtensärgen der Kaiser und der Kaiserinnen von Oester-reich wurde mir recht klar, was geschrieben steht: „Allesist eitel.“ In der Schatzkammer befanden sich aus altenZeiten herstammende Reliquienschreine, Monstranze undandere werthvolle kirchliche Gefäße. Dann besuchten wir
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Blätter aus dem Tagebuche eines Pilgers nach Jerusalem vom Jahre 1864
Seite
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