276 April 1550.
sie, daß die Gesandte» diesfalls große Mühe haben; Gott möge ihnen das vergelten, sie können es nicht'Dabei haben sie den Gesandten angezeigt, wohin sie Tag für Tag reiten sollen, und ihre Sendboten aus-geschickt, damit die Gesandten Wohl gehalten werden und die Gemeinden sich besammeln. Am 18. Apr>(Freitag) seien dann die Gesandten vor dem Landshauptmann, den Sendboten der sieben Zehnten und de»Burgern und Landleuten des Zehntens Sitten erschienen und haben da ihren Vortrag gehalten, von dem eine Eop>ebeigelegt sei. Derselbe sei etwas schärfer, als der am 16. April vor Bischof, Landshanptmann und de»Voten (der Zehnten) gehaltene, und zwar sei das auf das Begehren derselben geschehen, damit es nnter de»gemeinen Mann etwas mehr Furcht bringe. Nach gehaltenem Vortrag seien die Gesandten wieder ehrlichihre Gewahrsame begleitet worden. Dann seien der Landshauptmann und einige Verordnete dieses Zeh»ü"(Sitten?) vor ihnen erschienen und haben nebst Wiederholung des Dankes, folgende Antwort ertheilt:Vortrag der Gesandten habe so viel bewirkt, daß dieser Zehnten, der zum guten Theil der „fürnemst o»widerwertigist" in diesem Aufruhr gewesen sei, sich in „miltigkeit" habe bewegen lassen, was früher nicht d)^Fall gewesen sei. In Folge dessen beglauben nun der Bischof und die Sendboten der übrigen Zehnten, 'Gesandten könnten die Blühe des weitern Umherreitens ersparen. Dabei habe man den Gesandten ci»^neuerlich errichteten Vertrag und Bund vorgelegt, der zum großen Theil mit dem Vortrag der Ges»»^'übereinstimme. In Folge dessen haben die Gesandten selbst befunden, es sei nnnöthig, weitere Mühe sthaben. Voil der genannten Vereinung folge eine Abschrift bei; die von Sitten („sy") haben auch eine Eop>edes Vortrags der Gesandten begehrt, um solche den übrigen Zehnten zu übersenden. Sie hoffen, h^dieser Unruhe und der Matzen, gemäß dem Begehren der Gesandten, abgekommen zu sein. In deingewiesenen Bund seien zwar nebst der Stadt und der Bürgerschaft Sitten nur fünf Zehnten (es stv ^Siders und Sitten, ohne Stadt und Burgerschaft) begriffen; aber die fehlenden haben auch eingewilligt, »sie von der Ankunft der Gesandten Kcnntniß erhalten haben; aber die übrigen haben sie nicht wollen eint^ ^lassen, weil sie die „fürnemsten« in dem Aufruhr gewesen seien, bis man mit dem Recht vorgefahrenum jene zu bestrafen, die an dem Aufruhr Schuld tragen; dann mögen sie der Gnade erwarten,haben (nämlich) viele bestraft und werden noch andere strafen, so daß die erlaufenen Kosten ersetzt we>'d^Manche der „fürnemsten" seien aus dem Lande entwichen; aber wenn sie betreten werden, werden sieLohn erhalten. Der Gesandte (Schmid) habe nachgefragt, woher eigentlich die Sache entstanden sei, ^nichts Anderes gefunden, als daß ein „pundschuh und ein purenkrieg" daraus hätte entstehen sollen, derweltliche und geistliche Gewalt vertrieben „und sie Hand Wellen Herren spn". Daß Fürsten oderdabei Practik getrieben hätten, habe der Gesandte nicht gefunden; das Sprüchwort: „wenn die gcißstat, so scharret sp", sei die Ursache; das Land stehe gnt, darum sei der gemeine Mann übermüthig. Noch ^Alles gemäß des übersandten Abschiedes verhandelt worden war, haben die Gesandten vor dem Bischof, ^Landshauptmann und den Boten der sieben Zehnten Urlaub genommen, die nochmals, wie früher, Zhöchsten gedankt haben. Die Gesandten haben dann erklärt, ihre Obern seien fernerhin des guten W>^gegen die von Wallis. Während den acht Tagen ihres Aufenthaltes zu Sitten seien sie auch ab der ,gelöst worden und habe man ihnen das Geleit durch das Land hinab gegeben. Der Gesandte begebe Inull auf seine Badenfahrt. St. A. Zim-h: Acten
Zu II. 2. Das hier angeführte Bündniß ist folgendes: Es Urkunden die im Text genannten st^Zehnten und Stadt und Burgerschaft Sitten: Vor kurzer Zeit habe sich in der Landschaft Wallis sch'^Empörung lind Aufruhr, veranlaßt durch einige arglistige und boshafte Unglücksstiftcr, welche denGemeinden falsche lind erdichtete Sache» vorgegeben und unwahrhafte Reden angeblasen haben,wobei auch die Unterthanen der betreffenden fünf Zehnten von Gcstelc», Eyscholl und Lötschthal („Letschoihre Pflicht vergessend, theilgenonimen haben und Einige mit „Trünkelstiercn" und in anderer Weist ^Nacht und Nebel ungewarnt in die Thäler des Zehnten Visp eingefallen und die Leute von ^
Heim zu ziehen gemahnt haben. Und damit sie einen um so größern Haufen zusammenbringen,vorgegeben, es seien am „zwölften tage" (6. Januar) zu Visp bei der Brücke drei oder vier B»