Januar 1525,
565
ir unser lieb Eidgnossen von den nun Orten habend dcßhnlb die unfern zuo Stein und Stammen und anderswoin unser oberkeit wellen strafe», darum wir üch haben recht gcbotteu lut unser pündcn. Daun uns bedunkt,diewyl uns die grafschaft Thurgöw so vil als üch unser» lieben Eidgnosscn von den nun Orten zuostat, und derlandvogt an dem cnd uns so vil als üch einem von den nüu Orten pflichtig ist, ouch unser» nutz und ceregeschworen hat, habe er sich nit wol besinnet, da er discn priestcr in der unfern gerichten, onc unser wüsten undwillen hat angenommen. Dann ob er schon ein merklicher ttbelthäter gewesen und das zuo dem höchsten wäre,da sich aber uf in »üt args hat erfunden, sölt doch sin Handlung uns als denen, so ouch teil am Thurgöwhabend, dcßglychcn an die unseren von Stein, nach altem bruch und harkumcn gelangt und nit also hinderuns gchandlct worden sin.
Und so der landvogt sölichs nach sincm selbs rüemen unbürlichcr wys hat gehandlct, da wir nit truwend,daß er dcß von üch unfern lieben Eidgnosscn von den nün Orten allen in befelch habe gehept, unbillichct unssölichs hoch.
Dann on zwyfel, hell steh etwas Handels, sine Herren üch unser getrüw lieb Eidgnossen von Schwyz betreffend,solicher maß zuogctrngen, wiewol er uns zehen Orten an dein cnd glich vil schuldig ist, so hctt er die fach basbedacht, und nit sölicher maß an die Hand genommen, dardurch solcher schab nit wäre erwachsen. Daun wir sindbericht, daß gedachter landvogt söllc geredt haben, er hctte vor wol gewiißt, daß er disen pfasfen, wie gar er esby nacht für Hand genommen, on merkliche ufrnor der unseren in unfern gebieten nit hctte mügcn hin stieren,und sich dcßhalb best stirer mit lüteu »messen versehen.
Wo aber der landvogt schon diser fachen halb von üch unfern lieben Eidgnosscn von den nün Orten befelchhctte gehept, und wir für sächcr gehalten ivärind, söltc dennocht von billichhcit wegen hinder uns und mit denunfern nit also gehandlet, sundcr man uns zuovor lut unser pündcn erfordert haben. Und so wir bishar andem ort die vordersten sind, söltind wir nit also hinder sich gestellt und nnscrs rechten entsetzt worden sin. Undwiewol wir ander und mer Ursachen, der nnbillichheit gegen uns gebrucht, hie ouch möchtind anzeigen, so willuns doch bcduukcn, die selben diser zyt, diewil wir nmb disen Handel mit üch unser» lieben Eidgnossen von dennün Orten in recht verfasset sind, im besten rnowcn zc lassen.
So nun, getrüwcn lieben Eidgnossen, uns gegen üch allen wyterer unwill wirt ufgetrochcn von etlichen, Umbdie wir es nit habend beschuldt, harrtterende von dem tag zuo Negenspurg gehalten, da sich Erzherzog Ferdinandusvon Ocsterrych mit den dry Ncgimcnten, Jnsbrugg, Ensisheim und Stuotgartcn, snmpt etlichen bischoffcn,äpten und prelaten, die das war wort Gottes nit dulden noch in iren stellen, nach göttlichem ynsatz, dem stattthuon mögend, will uns dcßhalb der Handel vil best härter ufliggen und beschwüren, so wir ir »ngctrüwenpractica erlernend, Dcßglichen, so mit üch unser» getrüwcn lieben Eidgnosscn handlend eben die, so von üchhicvor mit schmachworten sind gescholten worden, die wir ouch dcßhalb uß unser statt und land haben gcfertiget,sy nit lenger wellen halten. Und so eben die selbigen bishar vil haben practiciert, wie st) uns Eidgnosscn zuounfriden bringen und widerspänig machen möchtind, und so sy dcß by uns »it statt finden mügend, habend sydas mit üch unser» lieben Eidgnossen für Hand genommen, fürgeben und uns verklagt, wie wir die Erbeinungmit dem hus Oestcrrich nit gehalten, denen von Waldshnot hilf und trost wider iren fürstcn zuogesagt undversprochen, ouch unseren knechten, die inen one unser heißen sind zuogeloufen gewesen, den sold geben, und obsy mitcr gcnöt wurdind, inen habind zuogeseit, fürer mit einer merklichen zale wider irc natürliche oberkeit zuo-zezichcn. Und so unser Kotten in sölichen Handlungen sind usgcstellt, und ir unser Eidgnossen üch mit inen hinderuns beredt, das alles uns under uns Eidgnossen unfrüntli'ch bedunkt; dann soferr es die Erbeinung beträf,so gehörlind wir des fürstcn und üwerthalb ouch darzuo; wo es aber das gottswort, das ir nennend denLuterischcn Handel, beträfe, und ir uns ouch für Lutersch achtctind, das nur aber nit mügend gestatten, dannwir keinen andren »amen oder sect uns zuozelend, dann dz wir allein uß dem heiteren gottswort wellend geleertund gcwyst werden, sölt dcßhalb mit uns nach unserm cmbictcn, und nit also wie uns anlangt, gchandlct werden.Dann ob der fürst und ir schon, als uns anlaugt, üch hettind vereint die Luthcrsch sect zc vcrtilken, söltindweder er noch ir uns in söliche scet zclen, nachdem wir dem fürstcn mit Erbeinung und üch unfern liebenEidgnosscn mit ewigen und geschivorncn pündcn verwandt sind. Dcßhnlb mcnglichcr mag bedenken, ob wir oder