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DIE KUNST UNSERER ZEIT
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Ernst Kreidolf. G,ute und böse Kinder (Blumenmärchen)
würde endlos. Nur des einzigenZeno Diemer sei gedacht, derallein wohl sechs- oder sieben-hundert Aquarelle nach Land-schaften aus allen Gegenden derWindrose zu diesem Zwecke inseiner frischen und wahrhaftigenArt gemalt hat. Natürlich wurdenunsere Illustratoren auch für alleanderen Arten von Druckerzeug-nissen, die Bilderschmuck ver-langten, herangezogen, und immermehr gewinnt in den Kreisen derangesehenen Gewerbetreibenden
die Überzeugung Boden, dass alles, was in dieser Art gemacht wird, auch künstlerisch
gemacht werden müsse. In den Geschäftskarten, Preiskatalogen, Neujahrskarten, Kalendern, die
alljährlich versandt werden, steckt schon eine hübsche Masse bester Illustrationskunst und noch
mehr in den verkäuflichen feineren Druckwaren, Tischkarten, Briefpapier usw. Von da führen
natürlich viele Fäden hinüber zur angewandten Kunst. Eine gewaltige Zahl der Künstler, die
sich heute auf diesem Felde Gewinn und Ehren
holen, ist, wie oben angedeutet, aus der Schar
der Illustratoren hervorgegangen. Das geht in
die entlegensten Gebiete des Handwerks hinein;
wie weit, das möge das Kuriosum erläutern, dass
die künstlerische — Lebkuchenindustrie Münchens
von Kräften wie Julius Diez, Richard Pfeiffer,
Adalbert Niemeyer, Franz Ringer und anderen
mit Entwürfen unterstützt und auf das Niveau
echten Kunsthandwerks gehoben worden ist.
Noch eine feinste Blüte der graphischen Kunst,
die im Illustrationswesen wurzelt, darf nicht un-erwähnt bleiben — die Exlibris-Kunst. Auch sie
findet erst seit etwa zwölf bis fünfzehn Jahren
wieder allgemeinere und liebevollere Pflege; mit
dem Aufschwung der Buchkunst überhaupt kam
auch die liebenswürdige Sitte der künstlerischen
Bibliothekzeichen wieder in Übung und in der
Hauptsache hat man auch dazu die gleichen p au i Hey. Studie