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DIE KUNST UNSERER ZEIT
hat. Schöne Kalenderarbeiten, Titelblätter für Zeitschriften und anderer Buchschmuck sind vonihm bekannt.
Zu den ersten Repräsentanten und Förderern der neuen Schwarzweisskunst, die ihren Gehaltaus modernem Geiste schöpfte, ihre Mittel aus der alten Holzschnittmanier entwickelt hat, gehörte
J. Sattler, einer der stärkstenund markigsten von allen. SeineZeichnungen zu dem Prachtwerke„Rheinische Städtekultur", sein„Totentanz", „Bauernkrieg", dieeinzelnen Blätter der eigenartigenPublikation „Die Quelle", „DieWiedertäufer", viele Exlibris undBuchschmuck, Beiträge für die„Fliegenden Blätter" in früherenJahren haben geradezu bahn-brechendgewirkt. Sattlers Techniklehnt sich ganz unmittelbar andie der Alten an und im Stil gibter nichts Neues. Aber er be-herrscht dafür die Formensprachedes 16. Jahrhunderts wie sicherkein zweiter. Zu den liebens-würdigsten Illustratoren deutscherFamilienblätter und Bücher gehörtPaul Hey, der bei aller Gefällig-keit der Darstellung immer künst-lerisch bleibt, schon durch seinganz ausserordentliches Zeichnen-können. Eine ungenügende odernur so ungefähr gültige Form wird auf einer Zeichnung des Künstlers jeder vergeblich suchen.Dazu kommt ein feines Gefühl für Poesie, für stilles, sinniges und inniges Behagen, das oftwundersam wohltut in unserer Zeit der lauten Gegensätze. Etliche grosse farbige Original-lithographien aus altvaterischem Kleinstadtleben und eine schöne Serie ähnlicher, ganz einfachgedruckter, aber höchst anziehender und poesiereicher Szenen, die zu ganz geringen Preisenmassenhaft verkauft werden, haben Paul Heys Kunst in den letzten Jahren äusserst populär gemacht.Ein Illustrator von Können, Geschmack und reger Produktivität ist Hugo Engl, der namentlichfür den Verlag von Adolf Bonz & Co. zahllose Zeichnungen zu den Romanen Ludwig Ganghofersund andere gefertigt hat und durch sein kluges Eingehen auf den Geist der Dichtung erfreut.
Ernst Liebermann. Kapelle am Walde(Nach einer Originalradierung)
Hl