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DIE KUNST UNSERER ZEIT
Mitarbeiter vertreten. Das grosse Format und der Zwang für die einfache Zinkographie, fürwenige Farben und eine schnelle Art des Buchdruckes zu arbeiten, das sind Faktoren, die eben-falls zu einer Einheitlichkeit der Wirkung bei allen Künstlern beitragen, und auf dieser Einheitlichkeit
— bei hoher Qualität des
einzelnen, wie gesagt! —beruht zum guten Teildas Geheimnis der durch-schlagenden Wirkungdes „Simplicissimus" undseiner Kunst. Es ist sehrreizvoll zu sehen, wie sichbei der äusserlichen Ein-heitlichkeit die Tempera-mente der Mitarbeiter ihren
allerpersönlichsten Aus-druckgewahrt haben. Jederkommt natürlich auf dieseWeise ganz anders zurGeltung, als dies bei einemBlatte mit der sechsfachenMitarbeiterzahl dem ein-zelnen möglich wäre, undkann so seinen persön-lichen Stil, ein Ding, aufwelches es bei der Illu-strationskunst vor allemankommt, immer klarerausbilden und feststellen.
Thomas Th eo d o rHeine, Bruno Paul,Ferdinand von Rez-nicek, Rudolf Wilke, Eduard Thöny, 0. Gulbransson, Wilh. Schulz — jedervon diesen Künstlern ist wieder ganz anders geartet und doch ein unentbehrliches Glied desEnsembles, das ein Ganzes ist. Th. Th. Heine, der Interessanteste von allen, auch der Schärfste,der Negativste in dieser kleinen Kampfschar, die ohne Parteistandpunkt gegen alles ficht, wasanfechtbar ist oder ihr wenigstens so erscheint. Heine verstärkt die schneidende Schärfe seinerSatire durch den Gegensatz seiner unendlich harmlos und naiv sich geberdenden zeichnerischenManier. Er kann sich mit kindlicher Unschuld geben und so bitterböse dabei sein wie kein zweiter.
F. e. Reznicek. Zeichnung aus dem „Simplicissimus", München