Mai 1373.
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RSR
Ze Vnderwulden. 4575, 14. Mai (an vicrzehndm tag Meijen).
Archiv tZbwaldcn.
Johannes von Waltersberg, Landaininan ztl Unterivalden nid dein Kermvald, und Rudolf von Halten,Landamman zu Unterivalden ob dem Kermvald, Urkunden unter des Landes gemeinem Jnsigel zu ewigemGedächtniß („wand die mönschen hinschliffent als das Wasser, vnz wir wider kommen vf vnsern vrsprung")über eine von den Boten von Lucern, Uri und Schwyz aufgenoinmene Kundschaft, betreffend die Steuer,welche „ezlich vnser Lantlüt in etzlichen tagen" der Herrschaft von Wolhusen gegeben hatten, und die nunseither Herr Peter von Thorberg von denselben zu Händen der Herrschaft Oesterreich gefordert hat, dieLandleute aber zu geben verweigerten, indem es nicht eine Steiler von Rechts wegen, sondern nur eineerbeteile Steuer für den Schirm durch den Wald von Entlibuch her und nur so lang die Herrschaft vonWolhusen „lebti", gewesen und dem Grafeil von Straßburg nachher nur unter der Bedingung der An-erkennung dieses Characters gegeben worden sei. Die Boten der Eidgenossen, von Lucern Peter von Gun-doldingen, Schultheiß, von Uri Johannes der Meyer von Oerzfeld, von Schwyz Conrad Abyberg, Land-ammann, kamen zuerst nach Stans unter die Linde bei der Spilmatt „da vnser Landlüt gemeinlich nid demkermvald bi enandan waren vnd ouch etzlich obrunt dem Kernwald". Hier sagten einundzwanzig namentlichgenannte Landleute als Augeil- und Ohreuzeugen vor ihnen aus: „Das die selb Stur vfgesezzet wurde einerHerrschaft von Wolhusen dur schirm dur den Wald har von Entlibuch vnd gebin die selb Stür nit von recht,wand von bette wegen, vnd wenne die Herrschaft von Wolhusen abgieng, so sölt ouch das selb ab sin.Wölken ouch die selben boten (— des Grafen von Strasbcrg —) um die Stür in derselben wis bitten, sowölten st sich darumb eis guten bedenken, vnd bctin ouch da die selben Kotten die Stür in derselben wis".Darauf ritten der Eidgenossen Voten nach Sarnen in den Grund, wo die Gemeinde der Landleute ob demKermvald versammelt war. Hier sagten vorerst fünf Landleute eidlich aus, daß sie als Augen- und Ohreil-zeugen zugegen gewesen, als Graf Jiner sel. von Straßberg und sein Amtmann Jost von Ruswyl vor dieKirchgenossen zu Giswyl kamen lind jene Steuer unter der Anerkennung verlangten, daß es eine, erbeteileSteuer und nicht eine Steuer von Rechts wegen sei, lind daß dafiir die Herrschaft Wolhusen fiir jedenSchaden einzustehen habe, der den Landleuten durch den Wald von Entlibuch her geschehe. Dieselbe eidlicheAussage thaten an demselben Ort zwei Landleute, die es gehört hatten, als Graf Jiner sel. und der genannteAmtmann deßhalb vor die Kirchgenossen von Sächseln gekommen waren lind noch zwei andere. Daraufbateil und mahnteil die Landleute die Eidgenossen, daß sie ihnen nach den Bünden beholfen sein wollten,wenn sie dieser Steuer wegen init fremden geistlichen oder weltlichen Gerichteil oder in anderer Weise als»nt dem Recht und an den Stätten, da es nach Recht lind Billigkeit zu geschehen habe, angegriffen würden.
Pergamentene Urkunde mit anhängendem Siegel des Lands Unterwaidcn. Regest imGcschichtsfreund, XX. S. 227.