297Siebenundzwanzigstes Kapitel.Clörath.Die BurgKurz bevor die Niers die jetzige Gemeinde Neersen ver-läßt, treibt der Fluß die Räder der Clörather Mühle. Diese,jetzt Eigenthum der Erben eines Herrn Josten zu Neuß, istder letzte Ueberrest der ehemaligen Burg Clörath, welchesGut jedoch noch bei einer Größe von 224 Morgen alsRittergut die unbedingte Landtagsfähigkeit hat.Von der früheren Burg, ihrer Einrichtung und Stärkeist mir nichts bekannt, auch konnte ich nicht auffinden, wannund durch wen dieselbe abgebrochen worden, 1793 wird sienoch erwähnt. Ihre Lage beschreiben uns die UnterbroicherScheffen mit folgenden Worten: „das hauß Clörath liegetschier mitten im ambt oedt. . . . Vorbey Clörath fließet dieNers; welche dortige auff jenseit stehende Korn=Mühl umb-treibet — gleich oben die Kornmühl zertheilt sich der stromund der zertheilter abspliß lauffet umb das hauß Cloerathvorbey und gleich wieder in die Ners. Dießer abspliß wirdder wallgraben genennt, welchen Virsische pro limite ahner-kennen und weiter, in loci keine Jurisdictions extensionpretendiren“.?) Die Burg lag also auf einer durch dieNiers gebildeten Insel, dicht auf der Grenze des kölnischenGebietes und beherrschte den hier seit Hunderten von Jahrenbestehenden, von den Kriegsheeren stets benutzten Uebergangüber die Niers nach Viersen und Gladbach. Als Grenzfestemuß die Burg ein kölnisches Offenhaus gewesen sein, welcheszu Kriegszeiten erzbischöfliche Besatzung aufnahm. Im truch-seßischen Kriege erhalten unterm 24. Febr. 1586 die Be-fehlshaber der kölnischen Garnisonen zu Clörath, Linn, Kaisers-1) Schubarth, Statistik des Kreises Gladbach.2) Von 1751. Unterbrucher Prozeßakten.
Druckschrift
Geschichte der Herrlichkeit Neersen und Anrath : mit besonderer Berücksichtigung des alten Pfarrbezirks Anrath mit den Dörfern und Ortschaften Neersen, Schiefbahn, Kehn und Clörath sowie des Schlosses und der Herren von Neersen
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