242Herren von Neersen. Da die Familie Virmond schon überhundert Jahre in allen ihren Zweigen ausgestorben ist, sostand dem Verfasser kein Familien=Archiv zu Gebote; dasSchloß=Archiv, welches ältere Leute noch gesehen haben, sollals Makulatur verkauft worden sein.“Das Schloß oder „Haus zo der Nerfchen“, wie es nochin Urkunden aus dem 16. Jahrhundert genannt wird, liegtam südlichen Eingang des Dorfes. Es ist rund von einemWeiher umgeben, der früher viel breiter war und die Mauerndes Schlosses bespülte. Wie schon erwähnt,**) wird in denBelehnungs=Urkunden, z. B. 1405, das Schloß stets alsFestung aufgeführt; die Art der frühern Befestigungen istjedoch nicht mehr zu erkennen, da außer den Resten einigerrunden Thürme nichts mehr erhalten ist. Nach der östlichenund südlichen Seite scheint das Schloß überhaupt nur aufden Schutz angewiesen gewesen zu sein, den die Niers unddie Clör, sowie das sumpfige Terrain boten, verstärkt durchPallisaden, wofür noch 1735 zur Ausbesserung 41 Rthr.verwandt wurden. Nach der Dorfseite war es von einemzweifachen Wassergürtel umgeben, dem Oelmühlengraben unddem Weiher.In dem alten Thorwege befinden sich noch die Rollen,über welche die Ketten der Zugbrücke liefen. Diese Brückewird 1506 als die des obern Hauſes bezeichnet.**) Derjetzt zu diesem Thore führende Damm ist erst zu Ende des*) Ich war demnach angewiesen auf die spärlichen Urkunden imArchiv zu Düsseldorf, die mir mit der größten Bereitwilligkeit zurVerfügung gestellt wurden, wofür ich Herrn Archivrath Dr. Harleßhiermit meinen verbindlichsten Dank abstatte. — Eine weitere Quellefand ich in einer Anzahl Rentbücher aus dem 17. und 18. Jahrhundert,deren Erhaltung wir Herrn Hauſes in Neerſen zu verdanken haben.Mit Hülfe einzelner aufgefundenen Belehnungs= und Pachtbriefewar ich ferner im Stande, den bei Fahne „Genealogie 2c.“ aufgestelltenStammbaum der Virmond zu vervollständigen. Die freundlichen Mit-theilungen der Herren Dr. Mooren in Wachtendonk, Dr. Eckertz inKöln und Ferber in Düsseldorf sind dankbar benutzt worden. Soi-stige benutzte Quellen sind jedesmal angeführt.Siehe p. 86.***) „acta fuerunt haec omnia et Singula sub Parochiae An-roide pronominate infra Septa Castri sive Dominii de Nerssa circapontem Superioris domus“ heißt es in der Fundations=Urkunde desJakobi=Altars zu Anrath. Kirchenarchiv zu Neersen.
Druckschrift
Geschichte der Herrlichkeit Neersen und Anrath : mit besonderer Berücksichtigung des alten Pfarrbezirks Anrath mit den Dörfern und Ortschaften Neersen, Schiefbahn, Kehn und Clörath sowie des Schlosses und der Herren von Neersen
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