Druckschrift 
Geschichte der Herrlichkeit Neersen und Anrath : mit besonderer Berücksichtigung des alten Pfarrbezirks Anrath mit den Dörfern und Ortschaften Neersen, Schiefbahn, Kehn und Clörath sowie des Schlosses und der Herren von Neersen
Entstehung
Seite
153
Einzelbild herunterladen
 

153Von Seiten der Pfarrei waren als Zeugen berufen henricushellynck, franco boener, ... herman genannt henricusSuerde, welche im Einverständniß mit den von der AbteiDeutz beauftragten Männern als Oberschiedsrichter erwähltenDegenhard Witte, Doctor der Rechte, Canonikus, Priesterder kölnischen Kirche und des Erzbischofs zu Köln Kanzler.Es sollte alle Zwietracht aufhören, man sollte eine erlaubteund ehrenhafte Einigung mit genanntem Herrn Abte ein-gehen, und den betreffenden Zehnten als Lehen oder in einerandern erlaubten Form, als einen fortwährenden jährlichenZins für genannte Beauftragende recipiren und acceptiren.„Dies ist geschehen an einem Orte, der genannt wirdan dem Clapdoer in genannter Pfarrei Anrath .... inGegenwart der ehrwürdigen Männer, der Herren CorneliusTheucken und Wolter Langenfelt, Priester der genanntenkölner Diözese, die als Zeugen gerufen warenAllem Anscheine nach ist eine Vereinbarung wirklich zuStandege kommen, denn in der Folge zeigen sich von Streitigkeitenwegen des Zehnten keine Spuren mehr.In alter Zeit hatte der Zehntherr die Verpflichtungdas Schiff der Kirche zu unterhalten; möglich, daß aus diesemGrunde Nachrichten über den Kirchenbau in Anrath nichtanzutreffen sind.Das Archiv des Neersener Schlosses**) enthält folgendeNotiz: „Der Herr zu Neersen ist Ober=Kirchner und Fundatorzu Anrath. (1763)“ Im Jahre 1628 bittet der AnratheiPastor Theodor Huisken die Frau von Virmond um Mit-theilung, wie er sich zu verhalten habe „wegen ihm zugemutheter Beerdigung eines verstorbenen Junkers Stockheimauf unser lieben Frauen Chor sammt dem Titul, so hinterdem hohen Altar zu Anrath in der Kirche auf dem Glasstehet.“ Hieraus ist zu entnehmen, daß die Herren vonNeersen an der Dotirung der Kirche Antheil haben. (Vergl.S. 117.)Nach einem Verzeichniß vom 19. Mai 1807 unter derAufschrift: „Etat des biens et Revenus de toute Nature*) Original=Urkunde auf Pergament im Besitze des Herrn PfarrersFranſien zu Ittenbach.*) Im Staatsarchiv zu Düsseldorf20