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Geschichte der Herrlichkeit Neersen und Anrath : mit besonderer Berücksichtigung des alten Pfarrbezirks Anrath mit den Dörfern und Ortschaften Neersen, Schiefbahn, Kehn und Clörath sowie des Schlosses und der Herren von Neersen
Entstehung
Seite
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71fest, führte ihn nach Neersen und hielt ihn elf Tage auf demSchlosse gefangen. Während dieser Zeit mußte er sich selbstbeköstigen, seine Wächter unterhalten und schließlich noch 24Kronenthaler für seine Loslassung geben.Die Straße wurde fertig und leistete der Republik undspäter dem Eroberer Napoleon gute Dienste, da sie eineHauptetappenstraße von Aachen nach dem Norden bildete.Wie viele Truppen mögen nicht diesen Weg gezogen seinum auf den Schlachtfeldern zu verbluten. Später stautesich die Fluth zurück, erst kamen die fliehenden Franzosen unddann die siegreichen Verbündeten, vorauf die Kosakenschwärme,wovon die ersten am 16. Januar 1814 in Neersen ein-trafen. (Es war um die Mittagszeit und die französischenBeamten wollten sich eben zu Tische setzen, als die Ankunftder Kosaken angekündigt wurde. Ueber Hals und Kopflüchteten die Franzosen mit ihren Familien, der zurückge-lassene Hausrath wurde von den Schulkindern zertrümmertund geplündert. Die Kosaken, welche das linke Rheinuferals Feindesland betrachteten, prügelten den damaligen MaireKother durch, weil er sie nicht verstand und nicht schnell ge-nug ihre Wünsche befriedigte.Einige Jahre nach dem Bau der Gladbacher Straßewurde auch die Viersener Landstraße auf den Bökel zu an-gelegt, welches, wie wir schon gehört, nicht ohne Widerstandder Bauern abging. Der frühere Scheffe Kraußen, damalsAgent der jetzt schon Clörath genannten Honschaft Unterbroich,klagt über den Commissar Lenders beim Unterprefekten vonCrefeld: „oft bemelter Commissair Lenders suchet zu gunsteneiniger in dem flecken Viersen wohnender kaufleuthen anstattdes vor Alters her langs dem hoffbroich und Nerschflußüber dem Dick vorbeigehenden schmalen fußpfades eine neueund zwaren 32 Schuh breiten fahrweg oder landstraß anzu-legen, die zu nichts als zur bequemlichkeit deren Virscherkaufleuthen etwas grader nach Crefeldt mit ihren voituren(Wagen) fahren zu können gereichet.Die Strecke vom Bökel bis zum schwarzen Pfuhl isterst 1832 angelegt worden, noch später der Communalwegnach Schiefbahn*) Gröteken: Stadt und Amt Dahlen.