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Geschichte der Herrlichkeit Neersen und Anrath : mit besonderer Berücksichtigung des alten Pfarrbezirks Anrath mit den Dörfern und Ortschaften Neersen, Schiefbahn, Kehn und Clörath sowie des Schlosses und der Herren von Neersen
Entstehung
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10Christenthums nachhaltig gewirkt. „Wenn ihr Leben nichtimmer vor der christlichen Sittenlehre unserer Tage bestehenkann, so darf man, um nicht ungerecht zu sein, nicht ver-gessen, daß sie einem rohen, heftigen, sinnlichen Volke ange-hörten, dessen Schatten an ihnen nicht größer sind, als beiandern Volksgenossen ihrer Zeit.“ (Ph. Heber, Die vorkaro-lingischen Glaubenshelden S. 104.) Eine größere Ausbrei-tung des Christenthums gelang unter den Pipinen. SowohlPipin von Herstall als Pipin der Kleine, welche häufig zuHerstall an der Maas residirten, streuten über unsere Gegendihre Wohlthaten aus. Schon seit dem Frankenkönige Chlod-wig, welcher nach seinem Siege bei Zülplch sich taufen ließ(496), wurde das Christenthum begünstigt, und es entstandennicht nur Meierhöfe, Villen und Burgen, sondern auch Ka-pellen, Kirchen, Klöster und Stifter, welche mit vielen Grund-gütern beschenkt wurden.Versetzen wir uns zurück in jene Zeit, wo der h. Martinvon Tours (+ um 400), der das Ordensleben in Gallieneinführte, wo der h. Remigius, der bei der Taufe Chlodwigszugegen war, und wo der h. Amandus, der unter dem KönigeDagobert in unserer Gegend predigte, ihre Thätigkeit entfal-teten, so sehen wir das Erdreich schon empfänglich gemachtfür die größern Arbeiten, denen zu Ende des 7. Jahrhundertsdie aus dem früher bekehrten England herüberkommendenGlaubensboten sich unterzogen. Es war der h. Willibrord(Clemens) mit eilf Gefährten, darunter auch der h. Suit-bertus, der zu Kaiserswerth ein Kloster gründete. ZahlreicheKirchen am Niederrhein bezeugen ihre segensreiche Wirksamkeit.Der h. Willibrord war besonders glücklich in seinenUnternehmungen. „Er durchlief die Ufer der Maas und derRuhr, und verbreitete das Klosterleben; er stiftete das Klosterzu Emmerich und die Klöster zu Süstern und Aldeneick ander Maas. Er starb um 735.“Der h. Suitbertus (+ 717) hingegen machte von Kai-serswerth aus seine Missionsreisen in die benachbarten Ge-genden. Das Missionsgebiet jener Glaubenshelden erstrecktesich bis an die Mauern von Köln, also über den ganzenNeußer Dekanat. Mit Recht sagt daher Dr. Mooren: Es*) van Alpen, Geschichte des fränkischen Rheinufers II. 319.