11
Rath-Referendarius und dahiesigen Haubt- und Criminal-Gerichts-Scheffen Johan Anton Gesser, und daselbstigen Magistrats Alt-RathJohan Adolphen Beuth sich fertig zu halten hätten, um Abends gegen8 Uhr bey Hofe zu erscheinen; woselbst aus dem Churfürstl. Marstalledie aufgesattelten Pferde vorgefunden werden solten.
»Um vorgemelt - bestimmte Zeit sähe man sowohl in- als vordem Schlofs-Hofe eine fast unzehlige Menge Gutschen und ange-schierter Pferde; und Ihro Churfürstliche Durchleucht samt Höchst-Deroselben durchlauchtigsten Gemahlinnen stiegen in einen so ge-nannten Phacton oder offenen Wagen; welcher von Ihro Durchleuchtdem Prinzen Friederich selbst geführet wurde; und zwar in folgenderOrdnung:
»Den Anfang des Zuges macheten obbemeldete beyde Quartier-Commissarien.
»Diesen folgeten die Herren Hof-Fouriers, und demnächst beydeChurfürstliche General-Adjutanten. Alsdann käme der Phaeton mitIhre Chur- und Hochfürstlichen Durchleuchten.
»Ungefähr ioo Wagen mit den Conferential - Hof - Ministern,Hofdamen und Adel, wie auch dem Gesandtschaftspersonal folgten.Der Zug machte den Weg am Rathhaus vorbei, um das Denkmalherum, über den Burgplatz, durch die Kremerstrafse, Altstadt, Ritter-strafse, Eiskeller, Ratingerstrafse, Neubrück, Friedrichsplatz, Neustrafseund Hundsrücken, wo ein Musikcorps aufspielte; weiter ging esüber die Mühlenstrafse, Andreasstrafse, Hundsrücken, Bolker-, Markt-,Flingerstrafse bis zum Pulverthurm (Stadtbrückchen); zurückkehrendzog der Zug durch die Bergerstrafse, wo am goldenen Helm einzweites Musikcorps aufgestellt war, zum Franziskanerkloster, derCitadelle und dann zurück zum Schlofs.«
Ueber die Ausschmückung und Beleuchtung des oben erwähntenHauses des Hofraths Gesser, Ritterstrafse (jetzt Nr. 36) enthält dieFestbeschreibung das Folgende (Seite 64 und folgende):
»So lange die Augen und das Gemüth in Betrachtung dieserVorwürffen beschäftiget waren, glaubete man, es hätte zu einervergnügenden Ansicht in der Vulcan'ischen Werck Statt nichts mehrübrig seyn können.
»Allein diese Meinung währete nicht länger, als bis man deran dem Ende gemeldeter Ritter-Strassen gelegener Behausungendes Herrn Raths und Referendarii Gesser ansichtig wurde; alsworan der Besitzer alles, was die Feuer-, Bau- und Mahler-Kunstmöglicher Massen nur vorzubringen gewust, anzubringen sich äusserstbestrebet hatte.