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erst nach und nach die nöthigen Gehülfen bilden und herbeyzuschaffen suchen, Die Ausübungmeiner Kunst ist daher der Anpflanzung eines noch nicht urbaren Feldes zu vergleichen, dessenBearbeitung zwar mehr Mühe und Arbeit als ein anderes kostet, welches aber auch für dieKultur um so empfanglicher ist. Ich mufste dieses bemerken , damit meine künstlerischen Bestre-bungen nicht etwa da und dort ein einseitiges Urtheil erfahren. Bey beschränkten Mitteln undder oft vielfach hemmenden Abhängigkeit von Bauherren und andern Verhältnissen läfst sichnichts Ausserordentliches leisten, und indem ich meine, theils wirklich aufgeführten, theils blosprojektiven Gebäude dem kundigen Publikum vorlege, mufs ich recht sehr wünschen, jeneUmstände nicht aufser Augen zu lassen.
Wenn man indessen in der Anordnung meiner Gebäude — sey's im Ganzen oder in einzel-nen Theilen — Abweichungen von den gewöhnlichen Vorschriften anderer Architekten undmanches mir Eigenthümliche finden sollte, was nicht gehörig begründet scheinen könnte, so mufsich, in dieser Hinsicht, auf mein architektonisches Lehrbuch verweisen, wo die nöthigen Auf-schlüsse gegeben sind.
Uebrigens bitte ich, die Folgereihe von Gebäuden, die ich in dieser Sammlung mittheile, als
das Resultat meiner langjährigen Studien alter und neuer Bauwerke, so wie der verschiedenenTheoreme dieser Kunst, anzusehen.
Der ausübende Baukünstler, wenn er nicht bioser Copist ist, wird seinen Produktionen mehroder weniger das Gepräge individueller Ideen und Ansichten aufdrücken, und dadurch kundthun, in wie fern ihm der Geist der Architektur offenbar geworden. In dieser Beziehung eig-nen sich wohl auch solche Darstellungen besonders für junge Künstler, indem ihre Erfindungs-Kraft mannichfach angeregt und ihrem Nachdenken ein gröfserer Spielraum geöffnet wird.
In diesem ersten und zweyten Heft, welche gleich nacheinander erscheinen, und wovon einjedes ohngefähr 7 lithographische Blätter enthalten soll, theile ich die Gebäude Ihrer Hoheitder verwittweten Frau Markgräfin Christiane Louise von Baden mit, welche ich zumTheil bey Lebzeiten Sr. Hoheit des Höchstseeligen Markgrafen Friedrich, zum Theil abererst jetzt nach dessen Ableben ausgeführt habe.
Hierauf werde ich, in unbestimmten Zeitfristen, wie es mir meine Berufsgeschäfte erlauben,die übrigen Hefte nach einander folgen lassen, so dafs ich glaube, in einigen Jahren den gröfs-ten und interessantesten Theil dieser Gebäude liefern zu können.