189verlohren. — Wir, werthgeschätzte Herrn Brü-der! die wir heute die traurige Pflicht erfüllen,mit den Verehrern, Freunden und Verwandtendes Seligen sein Begräbnißfest zu feyern, ver-lieren an ihm einen würdigen Mitarbeiter imWerke des Herrn, und einen überaus treuen,redlichen und rechtschaffenen Freund. — Und die-sen Verlust sollten wir nicht fühlen? Wir solltendie Thränen zurückhalten, die uns das schmerzli-che Gefühl desselben auspreßt? Wir sollten es mitstoischer Fühllosigkeit und Gleichgültigkeit ansehn,wie die Staubhülle unsres Vollendeten in dieseGruft verscharret wird? — Es wäre nicht alleinThorheit, nein! es wäre Verbrechen, wenn wirüber die Vorsehung murren, und mit Gott hadernwollten, weil er ihn durch den Tod von unsrerSeite wegriß. Aber gerecht sind unsre Schmerz-empfindungen, Klagen und Thränen. Denn, odu Allbarmherziger! wie wäre es möglich, daßdu sie verdammen könntest, da sie die unverdäch-tigsten Proben der Liebe und der Dankbarkeit sind,die wir dem Vollendeten schuldig waren.Unsre Pflicht bleibt es indessen doch auch,dieser gerechten Traurigkeit Gränzen zu setzen,weil
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Denkmal aufgerichtet über den Gräbern meiner Frühverklärten : eine Schrift für gefühlvolle, theilnehmende Seelen
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