59nicht mit tiefer Rührung unseres leidenden Her-zens zurufen: vergiß mein nicht! Auch unserTod ist eine Reise in ein entferntes, besseres Land,die wir, aufgefordert von der Vorsehung, mitRuhe, Muth und stiller Gottergebenheit antretensollen. Und wann denn nun die Stunde des Auf-bruchs erscheint, und unsre Getreuen weinendund Händeringend sich um den zur Reise gerüste-ten Freund versammeln, und dem Augenblickemit zagender Wehmuth entgegenharren, wo siedas letzte Lebewohl von unsern stammelnden Lip-pen empfangen sollen: wird alsdann der Wunsch,ihres fortwährenden liebevollen Andenkens ge-würdigt zu werden, nicht auch unsre ganze Seeleerfüllen? Wird nicht der letzte liebevolle Kust un-fers Mundes, wird nicht der letzte kraftlose Druckder erkaltenden Hand mit den rührendsten Aeus-serungen dieses Wunsches begleitet seyn? Undwerden sie nicht wenigstens in den letzten auf siegehefteten Blicken unserer gebrochenen Augen dieBitte lesen: Vergiß mein nicht!? — Es ist zu-verläßig der Wunsch jeder schönen, gefühlvollenSeele bei dem nahe bevorstehenden Abschiede ausder Welt, ihren Auserwählten unvergeßlich zublei-
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Denkmal aufgerichtet über den Gräbern meiner Frühverklärten : eine Schrift für gefühlvolle, theilnehmende Seelen
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