Druckschrift 
[1] (1795)
Entstehung
Seite
187
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—187Frei vom Sturm der Leidenschaften, kränzetLiebreich ihn der Unschuld Hand, und mildMit der Freude Blumen. Herrlich glänzetIn des Weisen Leben Gottes Bild.Ach! — sprach Selma — auf der holden Wange.Sagte, was ihr schönes Herz empfandEine Thräne leiser; und im DrangeDes Gefühls ergriff sie seine HandSiehst du wie der Bach dort über rauhen,Schroffen Klippen rauscht? Und siehst du ihnDort zum Felsgeklüft', wo Furcht und GrauenJedes Wesen scheucht, vorüberfliehn?Aber hinter diesen FelsenklüftenSagte Selmar tröſtend — waͤffert erSchön're Thäler, voll von Balsamdüften,Und verbreitet, Anmuth um sich her.Diese dunkle Felsgeklüfte bildenMütterlich den Bach zum Strom, und dortWälzt er sich in lachenden GefildenZwischen grünen, bunten Ufern fort.Nu-