185Der Bach im Wieſenthale.Eine Erzählung,geweiht meinen Freunden.Mit der holden Auserkornen wallteSelmar einst zum Wiesenthal hinabHin, zum stillen, heil'gen Aufenthalte,Wo die Traute Herz und Hand ihm gab.Lieblich war die Frühe; tausend KehlenSangen Hynmen; duftig, frisch und kühlHauchte Zephyr; und in schöne SeelenRann des beſſern Morgens Vorgefühl.Unter traulichen Gesprächen kamenSie zum ſtillen Raſenſitz am Bach,Wo der Liebe Genius das AmenZu dem schönsten Seelenbunde sprach.Selmar schwieg — so schweigt der fromme Weise,Wann er göttliche Gedanken denkt —Auf den Silberbach, der sanft und leiseVor ihm floß, den ernsten Blick gesenkt.Sel-M 5
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