107Du sahst mich, seeldurchdringend, an,Und schwiegst und seufztest lange;Des Mitleids schöne Thräne rannAuf deine Rosenwange.Da ward mir — ach! ich weiß nicht, wie? —Mir schien zu heil'gen HainenDer blasse Mond, voll SympathieMit dir, herabzuweinen.Ich that den tiefsten WonneblickIn deine schöne Seele,Und wünſchte, daß kein Mißgeſchick,Kein Harm dich jemals quäle:Denn wer bei andrer Elend weint,Verdient, daß eig'nes WeheDer Mond, der seinen Pfad bescheint,Ihn nie beweinen sehe.Dir war ein Engel Gottes nahMit einem Liebevollen,.Und heitern Segensblicke sahEr deine Thräne rollen.
Und