Druckschrift 
[1] (1795)
Entstehung
Seite
59
Einzelbild herunterladen
 

59Sehnſuchtnach dem Vaterlande.Wann ſeh' ich dich mit deinen Reizen wieder,O Vaterland! geliebtes Vaterland!Wo ich mir oft voll süßer, süßer LiederUm meinen Scheitel junge Rosen wand? —Dich, stilles Dorf, mit deiner heitern Sphäre,Wo mir so schön der Jugend Traum begann,Und in den Schooß der Mutter meine ZähreBei keinen selbstgeschaff'nen Leiden rann?Dich, holde Flur, mit deinen reichen Saaten,Wo, wenn ich dich an Freundeshand durchschlich,Mir beim Gespräch von Unschuld, edlen Thaten,Und Freundschaft, reizender die Zeit verstrich?Dich, dunkeln Wald, wo mit Gesang der LiebeDie Sängerinn der Nacht mich oft empfieng,Und wo mein Blick — Verräther süßer Triebe —So schmachtend oft am blassen Monde hieng?Dich