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Gartenvorftadt in Güftrow in Mecklenburg.
Andauernder Mangel an Ärbeiterwobnungen und gänzliches Stocken imBau von Kleinwohnungen veranlaßte den Fabrikanten Dettmann, imJahre 1910 dem Plan einer Siedlung von kleinen (Xlohnungen im Sinneder Gartenftadtbewegung näher zu treten. Die Verbältniffe liegen in Güftrow,einer Stadt von 18000 Einwohnern, mit halb landwirtfcbaftlicber, halb ge-werblicher Bevölkerung, wefentlicb anders, als in Dresden, Elfen und andernin diefer Schrift behandelten Städten.
Billige (Hohnungsmieten (Preis einer 3wei-3immerwor;nung mit Küche120—150 M. für das Jahr), die an der unzureichenden Neuerftellung folcber
Gartenfiedlung Güftrow — Einfamilientjäufer. Hrd). Fj. Lotj.
tllobnungen mit Schuld waren, ließen eine Verwirklichung des Gartenftadt-gedankens nur dann zu, wenn auf ganz billigem Gelände mit äußerfterSparfamkeit gebaut wurde und durch reichliche 3ugabe von Gartenland undGelegenheit zur Viehhaltung die Hnwefen mögliebft ertragreich ge-haltet wurden.
Durch das Entgegenkommen der ftädtifeben Körperfcbaften wurde demGründer ein 3 h a großes Gelände zum landwirtschaftlichen Nutjungswertvon 16 Pf. für den qm überlaffen. Da das Gelände rings von ftädtifebemBefits umgeben ift, kann jederzeit gleich billiges Land hinzuerworben werden.Die Lage i|t landfchaftlicb fehr reizvoll; die Entfernung von der Fabrik-vorftadt beträgt 10 Minuten, vom Mittelpunkt des Ortes 20 Minuten.
Die Entwürfe der ßäufer flammen von dem Architekten Fjeinricb L0I5,Nürnberg; 1910 wurde die Bautätigkeit mit 10 Kleinbäufern, die in Gruppenvon 2 und 4 zufammengebaut find, begonnen. Jedes Grundftück bat eineGefamtgröße von 500 qm, wovon 359 qm auf den Garten entfallen. 3 Ujedem r)aus gehört ein kleiner Stall, der 2—3 Schweine und eine kleineBübnerfcbar aufnehmen kann. Der Garten hat außer Gemüfe, Erdbeeren,Beerenobft, vier ßalbftämme, meift Hepfel. Im r}of flehen einige Obftbäume(rjocbftämme), und an den ßausmauern befindet [id) Spalierobft, wo wenigSonne ift, Schattenmorellen.
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