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Die deutsche Gartenstadtbewegung : zusammenfassende Darstellung über den heutigen Stand der Bewegung
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Der junge Verein ging von dem richtigen Geßchtspunkte aus, daß zunächfteinmal der Gartenftadtgedanke auf Grund der anders gearteten deutfehenVerbältniffe ftudiert und das Intereffe daran in weite Kreife getragen werdenmuffe, bevor an eine Verwirklichung zu denken fei. Es erfebien zunächftein kleines Flugblatt von dem Schriftfteller ßeinrich ßart, bald darauf eineFlugfchrift von Bernhard Kampffmeyer, dem gegenwärtigen Vorfanden derGefellfchaft, die im Hnfcbluß an eine ausführliche (Iliedergabe des ßoward-fd)en Buches, Vorfcbläge für die Errichtung von deutfehen Gartenftädtenmachte. Das Intereffe der Oeffentlichkeit fud}te man gleich anfangs durd>eine kleine 3 ß it un gskorrefpondenz zu wecken, die zugleich alsVereins-mitteilungen" an die Mitglieder verfandt wurde. Die Mittel des Vereinswaren damals fo gering, daß diefe Mitteilungen nicht einmal gedruckt werdenkonnten, fondern von einigen Mitgliedern in den freien Äbendftunden bekto-graphifch vervielfältigt werden mußten. Nur ganz langfam ging es vorwärts.Allmählich konnte eine Reibe von Schriften herausgegeben werden, die dieverfchiedenen Seiten des vielgeftaltigen Gartenftadtproblems bebandelten.(Vergl. das Schriftenverzeichnis auf der legten Seite.)

Auf dem Frankfurter fflohnungskongreß im Jaljre 1904 trat dieDeutfcbe Gartenftadt-Gefellfchaft ftärker an die Oeffentlichkeit. Sie ver-öffentlichte damals dieChefen zur (Hohn- und Hnßedlungsfrage" und fandauch damals in den Kreifen der Volkswirtfchaftler mehr Beachtung. Immer-bin zählte der Verein im Spätjabr 1905, alfo nach dreijähriger Arbeit, inganz Deutfcbland erft 200 Mitglieder.

Von diefem Jahre ab ging es rafcher vorwärts. Es gelang demSchreiber diefer 3eilen> in Karlsruhe weite Kreife für die Gründung einerGartenvorftadt zu intereffieren. Die neu gegründete Ortsgruppe zähltealsbald rund 150 Mitglieder, und im März 1906 konnte die erfte Gartenftadt-genoffenfehaft,Gartenftadt Karlsruhe", ins Leben treten. Hlie an andererStelle (Seite 25) ausgeführt wird, wurde durch ungewöhnliche Schwierig-keiten der Beginn der Bautätigkeit lange Jahre hinaus verzögert. Aber diefeGründung bedeutet den Beginn der praktifchen Betätigung und wirkte günftigaudj auf die Erfolge der Propaganda ein.

Allerdings handelt es fich in Karlsruhe nur um eine Gartenvorftadt,icht um eine politifch und wirtfchaftlich felbftändige Gartenftadt im Sinnevon rjoward, wie [ie in den Sa^ungen und den Veröffentlichungen derDeutfehen Gartenftadt-Gefellfchaft bisher allein berückfichtigt worden war.mährend bisher mehr das Problem einer ftädtifchen Innenkolonifation vor-gefchwebt hatte, kam nunmehr die Bedeutung der Gartenftadtbewegung fürdie planvolle Erweiterung der begehenden Städte zur Diskufjlon. Manche,und zwar zum Ceil recht wertvolle Mitglieder, wollten von dieferVerwäfferung des Vereinsziels" wenig wijfen. HIäbrend der beidendarauffolgenden Jahre gab es in den Jabresverfammlungen und in derVereinszeitfchrift über das CbemaGartenftadt und Gartenvorftadt" lebhafteÄusfpracben. Die zahlreichen praktifchen Hufgaben, die der Deutfehen Garten-

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