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Der Hofgarten zu Düsseldorf und der Schlosspark zu Benrath : von O. R. Redlich, Fr. Hillebrecht und Wesener. Hrsg. vom Düsseldorfer Geschichts-Verein zum 14. August 1893
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Schlosspark und Anlagen zu Benrath.

Steinkauz und die Nachtschwalbe, die Dämmerung ab-Avartend.

Wenig und selten ist das raub- und mordlustige Ge-sindel zu sehen und zu vernehmen. Krähen, Elster, Häher,Sperber, Falk und Bussard stellen wohl auch zuweilensich ein, müssen aber auf der Hut sein. Sie sind derSicherheit der munteren Sänger wegen nicht gelitten.

Zur Zeit des Frühjahrs- und Herbstzuges ist unserPark noch von vielen anderen beschwingten Wanderernbelebt. Ist doch das Stromgebiet des Rheines, wie dasvieler anderer deutscher Ströme, eine viel besuchteHeerstrasse für die wandernden Vogelschaaren.

Eine an dieser Strasse isolirt gelegene, schütz- undschirmbietende Waldparzelle wird mit Vorliebe aufgesuchtund zu kurzem Verweilen, zur Rast benutzt. Währenddieser Zugzeit können wir oftmals recht seltene Gästewahrnehmen. Besonders die Gewässer des Schlossparkswerden von verschiedenen Entenarten gern besucht, wieKrick-,«Knäk-, Spiess-, Brand-, Braut-, Stock- und Säger-enten; aber auch der Strändläufer, Regenpfeifer, Reiher,Kiebitz, die Möve, der Steissfuss und allerlei Taucherartenstellen sich zu kurzem Verweilen ein.

Kürzeren Aufenthalt nehmen im Parkwalde vorallem die Drosseln: die herrliche Singdrossel, dann Wach-holder-, Ring- und Misteldrossel; ferner die Dompfaffen,verschiedene Meisen- und Zeisigarten, der Wiedehopf unddie Waldschnepfe; von grösseren Raubvögeln suchen ihnauf der Wanderfalke, Rauhfuss- und Wespenbussard,Milan und Hühnerhabicht.

Weniger leicht bemerkbar als die gefiederten, sinddie vierfüssigen Bewohner des Parkes.

Das kommt daher, weil, abgesehen vom munternEichhörnchen, welches sich ohne Scheu vor unseren Augenim hohen Gezweig umhertummelt und unverdrossen seineTurnkünste zum Besten giebt, die übrige Gesellschaftwie Steinmarder, Iltis, grosses und kleines Wiesel, einlichtscheues, im Verborgenen lauerndes, mordlustigesGesindel ist. Fuchs und Dachs sind sehr selten geworden,häufiger ist der Igel, welcher seine liebe Noth hat, dasgefrässige grosse Heer der Waldmäuse im Schach zuhalten. Wilde Kaninchen sind zahlreich vertreten.

Unter der dichten schützenden Laubdecke zieht derMaulwurf seine Gänge; im hohlen, morschen Eichstammwohnt die niedliche Spitzmaus, an den Rändern der Teichedie gefrässige Wasserratte. Vom Rheine aus wagt sichzuweilen der lüsterne Fischotter in die Teiche und Kanäle;