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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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S 121. V. Methode des Unterrichts im besonderen.

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abweisen? (Ruhe für den Herrn. Die Kinder verstehen die Predigtnicht.) . Warum spricht Jesus: Lasset die Kindlein zu mir kommen?(Er will auch den Kindern das Himmelreich schenken.) Die Kinder,welche doch die Predigt nicht verstehen, -erhalten dennoch dasHimmelreich geschenkt. Was bedeutet nun wohl das Wort, dal'sdie Grofsen das Himmelreich empfangen müssen, wie die Kleinen?(Sie erhalten es auch als ein Geschenk.)

II. Denken. Wann werden auch heutzutage noch die Kindleinzu Jesu gebracht? (Taufe.) Wann seid ihr zu ihm gebracht worden?(Taufe.) Damals, als die Mütter kamen, hat man den Herrn Jesumgesehen. Wie ist es jetzt? (Man sieht ihn nicht mehr.) Aber erist doch noch da, wenn wir ihn auch nicht sehen. Wie ist Jesusheute noch da? (Unsichtbar.) Er ist noch immer der Kinder-freund. Was schenkt er den Kleinen? (Das Himmelreich.) WelchesWort gilt also heute noch gerade so, wie zu der Zeit, als Jesus aufErden wandelte? (Lasset die Kindlein u. s. w.). Dieses Wortwird zuerst im Chor, dann von einzelnen gesprochen und eingeprägt.

III. Anwenden. Das Schnorr'sche Bild zu der Geschichtewird gezeigt und von den Kindern erklärt. Dasselbe bleibt imSchulzimmer hängen, bis eine neue Geschichte behandelt wird*).

B. Die methodische Behandlung auf den höherenStufen weicht von derjenigen auf der Unterstufe in folgenderWeise ab.

I. Die Erklärungen nehmen einen viel breiteren Raumein. Sie beziehen sich auf Sachen (Land, Haus, Sitte,Kleidung u. s. w.), Personen, Worte und Sätze. Dieselbensind teils vor der Darbietung in der Vorbereitung zu geben,teils nach der Erzählung mit der Besprechung zu verbinden.Hiebei wird reichlicher Gebrauch von der Landkarte ge-macht. Es empfiehlt sich, in jeder biblischen Geschichts-stunde die Karten der biblischen Länder bereit zu halten.Noch besser ist es, wenn der Lehrer eine einfache Faust-zeichnung der betreffenden Karten auf die Wandtafel ent-wirft oder durch die Schüler entwerfen läfst.

Statt dal's der Lehrer durch die Fragestellung dieGeschichte disponiert, kann er auch durch die Schüler in der

*) Die Betrachtung des Lehrbeispiels zeigt, dafs man statt der dreiobigen Formalstufen auch unterscheiden könnte: 1. Angabe des Zielsund Vorbereitung, II. Darbietung und Erklärung, III. Ver-gleich ung, IV. Lehre und V.Anwendung. Vergl. S. 65 ff. d. ßchs.