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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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1. Der Schönschreibunterricht.

häufig auftretenden Regelwidrigkeiten mancher Verfehlung vor-gebeugt. Hat dann der kontrollierende Lehrer doch bemerkenswerteFormfehler entdeckt, so schreibt er die mifsglückte Gestalt an, läfstdas Verkehrte daran deutlich erkennen und trägt zur scharfen Er-fassung des Unterschieds die richtige Form auf die falsche, woraufdas Unrichtige weggelöscht und die richtige Vorschrift weiter ge-übt wird. Im Notfalle wiederholt sich die Korrektur. — »Übungmacht den Meister!«

4. Musterhafte Disziplin. Eine gute Schuldisziplin deswachsamen Lehrers hält in Ansehung des Schreibunterrichtsauf allseitig korrekte Körperhaltung und Heftlage, auf be-friedigenden Stand der Schreibmittel und insbesondere aufsorgfältige Behandlung der Tinte; sie verlangt in bestimmterWeise gleichzeitiges, möglichst geräuschloses Aufnehmen undWeglegen der Schreibgeräte, verhindert zu enges Sitzen u. s. w.Die rechte Schreibgewöhnung sollte in den ersten3 — 4 Schuljahren zu einer »zur andern Natur« ge-wordenen Schreibordnung führen, die die Erreichungdes in Frage stehenden Lehrzweckes gewährleistet. — Anderer-seits ist aber das Schönschreiben und vornehmlich das Takt-schreiben ein vorzügliches Mittel zur Herstellung einer gutenDisziplin. Freilich ist dies nur dann der Fall, wenn der Lehrer,der zwar stets das Schreibtempo angibt, aber beim Zählen sichspäter durch einen Schüler oder eine bestimmte Gruppe vonSchülern ablösen läfst, die ganze Klasse durch sein präzisesAnkündigungs- und Ausführungskommando vollständig be-herrscht und die Kinder zu ausnahmslosem Mit-arbeiten bestimmen kann.

(Weitere Regeln (151) über das Taktschreiben bei Dietlein a. a. 0.)

Einen gegründeten Schlufs nicht nur auf den Stand derSchreibfertigkeit, sondern auch auf die Art der Disziplin ge-statten aufsen und innen sauber gehaltene Hefte, die das»Gesicht der Schule« sind.

Die Beachtung vorstehender methodischen Kernpunktesetzt voraus die Befolgung der didaktischen Kardinalforderung:

5. Gewissenhafte Vorbereitung. In das Bereich derselben ist zu ziehen: a) Die theoretische Beherrschungdes Schreibstoffes.