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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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8. Der Unterricht in der Naturkunde.

Ist das eine leichte Arbeit? — Nein, denn die Fische undFrösche z. B. können sich leicht im Wasser und Schlamm ver-bergen, erstere können gut schwimmen u. s. w.

Wir wollen nun sehen, wodurch ihm diese Arbeit ermög-licht wird, ob sein Körper passend dazu eingerichtet ist.Betrachte seine Beine I Was fällt dir daran auf? — Dieselben sindsehr lang und zum gröfsten Teil unbefiedert.

Wozu sind ihm diese dienlich? — Er kann, ohne dafs seinKörper nals wird, in seichte Gewässer hineingehen. (Betrachtungdes Bildes.)

Betrachte nun seine Zehen! was findest du daran Auffälliges? —Dieselben sind sehr lang und durch kurze Häute (Binde- oder Spann-häute) verbunden.

Haben diese wohl einen besonderen Nutzen für den Reiher?Denke daran, dafs sie eine grofse Fläche bedecken! — Durch die-selben wird ihm das Schreiten über den weichsten Sumpf- undSchlammboden ermöglicht.

Was kannst du über den Hals aussagen? — Er ist sehr langund dünn.

Infolgedessen ist derselbe sehr leicht beweglich; der Reiherkann ihn daher strecken und in verschiedene Formen biegen.Welchen Vorteil gewährt dies dem Reiher? — Er kann bequemseine Nahrung erreichen, auch wenn sie sich tiefer in den Ge-wässern befindet.

Womit ergreift er seine Nahrung? — Mit dem Schnabel.

Ist derselbe dazu geeignet? — Er ist lang und sehr spitz; derReiher kann also damit leicht einen Fisch oder Frosch spiefsen;auch kann er ihn, wie die Abbildung zeigt, weit aufreifsen und soein gröfseres Tier erfassen.

Aufser dem Schnabel befinden sich am Kopfe des Reihersnoch andere Werkzeuge; welche nämlich? — Augen und Ohren.

Wozu dienen den Tieren diese Sinneswerkzeuge? — Zum Auf-finden ihrer Nahrung u. s. w.

Der Reiher hat, wie eingehende Beobachtungen ergeben haben,ein sehr scharfes Gesicht und feines Gehör. Was kannst dudaraus schliefsen ? — Er kann seine Nahrung schon von der Fernebemerken.

Beim Fange der mit seinen scharfen Sinnen entdeckten Beutekommt dem Reiher eine grofse Klugheit sehr zu statten. Ermacht es hiebei wie eine Katze, die eine Maus bemerkt hat. Wieverfährt denn diese? — Sie nähert sich ganz vorsichtig und leiseder betreffenden Stelle und lauert auf ihre Beute.