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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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1. Rechnen.

B. Für den Schüler,a) Veranschaulichungsmittel.

Die Veranschaulichungsmittel für den Kechenunterricht zerfallen inzwei Gruppen, nämlich in natürliche (zufällige) und künstliche(ständige). Zu den natürlichen können gerechnet werden: Steinchen,Bohnen, Erbsen, Finger, Teile des Körpers kurz Gegenstände derUmgebung. Zu den künstlichen gehören: a) graphische: Striche,Kreuze, Tabellen, Punkte, Zahlenbilder; ß) plastische: Rechen-maschinen und Rechenapparate (Würfel, Stäbchen).

Wir empfehlen nachfolgende :

1. Die russische Kugel- und Zählmaschine. Sie ist so bekannt(und sicher in jeder Seminarübungsschule vorhanden), dal's sie der Be-schreibung nicht bedarf. Lehrer Honold hat dieselbe verbessert, indemer etwa die Hälfte der Maschine mit einem Brette verdeckte, so dafs dienicht in die Operation verflochtenen und dann störenden Kugeln hinterdasselbe geschoben werden können.

2. Der Born sehe Rechenapparat. Lehrer Born in Berlin hat zweiApparate konstruiert. Der gröfsere hat die Form einer Schulwandtafelund enthält auf weifslackiertem Bleche 100 kreisförmige Öffnungen, diein 10 Reihen geordnet sind. Jede Reihe kann durch einen Schieber zu-gedeckt werden; aufserdem ermöglicht eine einfache Vorrichtung, dafsdiese Kreise (Punkte) [bald schwarz, bald rot erscheinen oder auch ganzverschwinden.

Der kleine Apparat enthält nur zwei Dekaden. Aus den roten undschwarzen Punkten können alle Zahlen, Zahlenbilder, Bestandteile einerZahl, Faktoren etc. innerhalb 100 beziehungsweise 20 und zwar in unter-schiedenen Farben dargestellt werden.

1 und 2 halten sich in Bezug auf Brauchbarkeit das Gleichgewicht;die Billigkeit spricht aber für 1.

3. Der Stäbchenapparat. Je 10 kleine Stäbchen stecken ineiner Pappschachtel und repräsentieren einen Zehner. Zehn Zehner stockenwieder in einer Pappschachtel und vertreten donj Hunderter und 10 Hun-derter veranschaulichen den Tausender. Der ganze Apparat ist von LehrerErnst in Nürnberg zu beziehen, kann aber auch von jedem Lehrer selbstgemacht werden. Beim Rechnen innerhalb 10, sowie bei den Operationenmit reinen Zehnern und Hundertern leisten diese Stäbchenbündel vor-zügliche Dienste.

4. Das >Nürnberger Rechenbrett« von Ernst Trölltsch ist 1 m langund 40 cm hoch, besteht aus zwei nebeneinanderliegenden Feldern mitje fünfmal zwei Vertiefungen. Durch Einfügen, Umwenden und Heraus-nehmen verschiedenfarbiger (schwarzer und roter) Scheiben können sämt-liche Rechenoperationen innerhalb des Zahlenraumes 120, eventuell1100, veranschaulicht werden.