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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
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§ 30. b) Die aufgebende (heuristische) Unterrichtsform.

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gung, während die schwächeren ängstlich nachhinken oder■zurückbleiben. Damit kein Schüler unbeschäftigt bleibt,halte man für alle Fälle Zwischcnaufgalben (Knacknüsse!)bereit.

Schliefslich ist noch darauf hinzuweisen, dafs ohne ent-sprechende Beurteilung und Würdigung ihrer Lösung dieAufgabe niemals ihren Zweck erfüllen wird.

Dabei beachte der Lehrer folgende Regeln:

1. Er überzeuge sich in jedem Falle, ob die Aufgabewirklich gelöst ist. Er lasse also keine Aufgabe unbesehen,unverhört, unbesprochen, unverbessert.

2. Zweck der Kontrolle sei ihm nicht Fehlerjagd,sondern Anleitung zur Erkenntnis und Vermeidungvon Fehlern, sowie zur Ausfüllung von Lücken, wes-halb er die in Gruppen zu besprechenden Ausstellungen aufein wohlbedachtes Mafs beschränken soll.

3. Bei allzugrofser Schülerzahl ziehe er, wo nichtpädagogische Bedenken entgegenstehen, die tüchtigstenSchüler als Gehilfen zur Kontrolle herbei. Im all-gemeinen aber ist die Massenkorrektur, durch welche jederSchüler veranlafst und angeleitet wird, seine Fehler selbst zuverbessern, vorzuziehen. Liegt der Grund des Fehlers in derUnkenntnis oder in der schwachen Kraft des Schülers, so mufsder Lehrer ohne viel Worte zu machen mit Geduld und Liebeberichtigend nachhelfen.

4. Bei aller Arbeit sehe er am meisten auf Fleifs,Gewissenhaftigkeit, verhältnismäfsige Selbständigkeit,Pünktlichkeit und Sauberkeit. — Wie die Arbeit, soder Lohn.

Zum Wechsel der Lehrformen sei noch erwähnt, dafsdie Lehrformen stets ineinandergreifen müssen, der rechteLehrer sich daher an keine bestimmte Lehrform bindet, sondernjede da anwendet, wo sie am zweckmäfsigsten erscheint, sowohlwas den geistigen Standpunkt des Schülers, als auch die Artdes Unterrichtsstoffes und den Zweck des Unterrichts betrifft.Die mitteilende und fragende Lehrform (mit ihren Unter-arten) haben stetig mit einander zu wechseln.