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2 (1899) Praktische Unterrichtslehre für Seminaristen und Volksschullehrer : [mit Katholischer Katechetik]
Entstehung
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§ 3. Entstehung des Begriffes.

Durch die dreifache Thätigkeit des Reflektierens, des Ab-strahierens und Kombinierens bilden wir z. B. aus den Vor-stellungen einzelner Häuser die Begriffe: Bauernhaus, Pfarrhaus,Schulhaus, Rathaus etc. und aus diesen den noch allgemeinerenBegriff »Haus«; aus den Vorstellungen einzelner Schlachten zuWasser und zu Land, der Griechen in dem peloponnesischen Krieg,der Römer in den punischen Kriegen, der Deutschen im sieben-jährigen Krieg, in den deutsch-französischen Kriegen etc. denBegriff »Schlacht«.

2. Arten der Begriffe. Die Begriffe finden ihren sprach-lichen Ausdruck durch das Wort. Es ist das Kleid, die sinn-liche Bezeichnung der Begriffe. Dadurch werden sie einbehaltbares und mitteilbares Eigentum des Geistes. Haupt-wörter, Eigenschaftswörter, Zeitwörter sind Begriffswörter;diejenigen Wörter, welche blofs die Beziehungen der Begriffezu einander bezeichnen, nennt man Formwörter.

a) Der Begriff ist seinem Wesen nach abstrakt, nicht kon-kret. Es gibt aber Begriffe der abstrakten und konkretenDinge, da man von konkreten, sinnlich wahrnehmbarenGegenständen (Haus, Hof, Weib, Kind) wie von nur Gedachtem(Liebe, Möglichkeit, Seele, Kraft) Begriffe bildet. Beide Artensind Objektsbegriffe, weil in ihnen etwas Selbständigesvorgestellt wird.

b) Begriffe, wie rot, blau, rund, warm, fleifsig, die inund an anderen Begriffen gedacht, davon abstrahiert werden undderen Eigenschaften oder Merkmale anzeigen, heifsen Eigen-schafts- oder Beschaffenheitsbegriffe.

c) Begriffe, wie regnen, grauen, singen, springen, tanzen,ruhen etc., welche die Thätigkeit oder den Zustand einesanderen Begriffes angeben, nennt man Thätigkeits- oderZustands- (Verbal-) Begriffe.

d) Begriffe, die, wie alle vorhergehenden, an und für sichgedacht werden können, nennt man absolute Begriffe. Zweioder mehrere selbständige Begriffe aber, von welchen jederdas, was er ist, nicht ohne den andern ist, wie: Eltern undKinder, Fürst und Unterthan, Lehrer und Schüler, Schuld undStrafe, werden relative, Beziehungsbegriffe (Korrelata)genannt. (Dieses gegenseitige Sichbestimmen heilst ein Ver-hältnis. Rumpel.)