95die mir dieser Tag gegeben hat. Am fol-genden Tage besahen wir noch die großenPlätze, Kirchen 2c. 2c. und Nachmittagsschieden wir von unsern Freunden, welcheuns verließen, zur Abreise nach Cöln.Auf der Reise bis dahin, welche grösten-theils zwiſchen ſandigten mit Korn undWein gut kultivirten Boden fortgehet,schien mir um so weniger etwas bemer-kenswerth vorzukommen, indem wir gleich-sam in Trauer wegen unserer zurückgelas-senen Freunde versunken waren. Alleinbei Erblickung der Stadt Cöln, so sichuns gerade von der Wasserseite darstellte,bekam mein Geist neue Wirksamkeit. Un-ter allen Städten am Rhein liegt wol kei-ne so üppig hingegossen, so mit unzähli-chen Thürmen und Schiffen prangend da;allein traurig ist es auch zugleich, daßder von der zahlreichen Geistlichkeit un-terhaltene Aberglaube des Pöbels, welcherbeinahe die Hälfte der Einwohner und ü-ber zwanzig tausend Menschen ausmachenſoll, die beſten Einrichtungen des dortigenMagistrats zur Aufnahme der Stadt je-derzeit zernichtet, als wohin unter mehre-ren Fällen die große Intoleranz in derfreien Religionsausübung der Protestanten
Druckschrift
Ansichten einer Reise durch das Clevische und einen Theil des Holländischen über Crefeld, Düsseldorff und Elberfeld, mit einigen dabei angestellten ökonomischen Betrachtungen, im Jahre 1794 : Nebst einer zweiten ökonomischen Bereisung der Rheingegenden von Wesel bis Coblenz, im Juni 1794
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