346 ZWEITE ABTHEILUNG. VIERTES HAUPTSTÜCK.
verweigerte. Margarethe Dorothea und ihr Gatte Ritterklagten beim Hofgericht zu Trier und erhielten am 20. De-cember 1650 das Urtheil, dass Caspar zu Eltz und IrmgardFelicitas von Pirmont die halbe Herrschaft Pirmont heraus-gebe und die für Verbesserung während des Prozesses aus-gelegten Gelder an Margarethe zurückerstatte. Caspar starbbald darauf. Irmgard Felicitas die Wittwe heirathete denJohann von Saffenburg, Amtmann zu Kerpen und Saffen-burg, der den Titel Herr zu Pirmont annahm. MargaretheDorothea scheint nicht in den ruhigen Besitz von Pirmontgekommen zu sein. Sie tauschte daher am 16. Januar 1652mit ihrem Manne ihr halbes Haus Pirmont, wie es ihr 1650zugesprochen, an Lothar Franz und Emmerich Caspar Ge-brüder Waldbot von Bassenheim zu Sevenich gegen denHof Curben auf dem Maifeld, ein dazu gehöriges Höfchenzu Polch, ein andres Höfchen zu Fidcll das BassenheimerLehen genannt, 426 Reichsthaler, einen Portugaleser und eineKuh aus. Die Bassenheimer nahmen hierauf mit bewaffneterHand von der Herrschaft Pirmont Besitz. Dagegen klagteJohann von .Saffenburg Gatte der Irmgard Felicitas beimReichskammergericht zu Speier, das eigenmächtige Ver-fahren der Bassenheimer wurde verworfen und die Ein-setzung der Margarethe Dorothea in den Besitz des An-theils von Pirmont verfügt. Dieses kam nicht zu Stande,die halbe Herrschaft Pirmont erhielt der aus der Ehe desJohann von Saffenburg und der Irmgard Felicitas erzeugteSohn Johann Anton Christof von Saffenburg, welcher am25. Juli 1695 starb und in der Schwanenkirche bei Pirmontbegraben wurde, der andre Thcil scheint den Bassenheimernverblieben zu sein.