Druckschrift 
Peter Campers ... Naturgeschichte des Orang-Utang und einiger andern Affenarten, des Africanischen Nashorns und des Rennthiers : mit Kupfern
Entstehung
Seite
25
Einzelbild herunterladen
 

stücke in Unordnung gerathen sind, und man sich nur wenig auf die Aechtheit der zwey Hörnerverlassen könne.Volkmann 28) schreibt diese Arbeit dem Sulla zu, und giebt von seiner Größe eine kurzeNachricht, indem er Barthelemi wegen seiner schönen Auslegung sehr lobt, obschon er verschie-dener Meinung ist.Unterdessen wird dieses Beyspiel durch das Zeugniß aller derjenigen, die in Afrika, undbesonders auf dem Kap gewesen sind, bestätigt, daß nämlich alle Rhinocerosse daselbst zwey Hörner haben. Kolbe befestigt das nämliche, und Biebering, der nach Kleins Zeugniß 29)viele Jahre auf dem Kap gewohnt hat, sagt, daß er nie in jener ganzen Gegend von einhörnig-ten Rhinocerossen gehört habe. Der Freiherr von Plettenberg versichert mir in einem Briefedas nämliche.Nicht ohne Grund kann ich hier noch hinzufügen, daß jenes unbekannte Thier, welchesim Buche Hiobs, im fünften Buche Mosis und in den Psalmen vorkömmt, sehr natürlich zuunserm Rhinoceros gemacht werden kann, vornemlich, wenn wir bedenken, daß die berühmte-sten Schriftsteller über denselben, ein Bochart, ein Schultens, und andere nicht allein Nichtsvom Daseyn, sondern auch Nichts von der Menge des zweyhörnigten Rhinoceros in ganz Afrikagewußt haben.Im 39sten Hauptstück im neunten Vers des Buchs Hiobs, und im 22sten Vers des 22stenPsalms kömmt es unter der Benennung des Reem und Rem vor. Bochart meint 30), daßdieses Wort eine zweyhörnigte Ziegenart bedeute, weil er, wie wir schon zuvor bemerkt haben,den zweyhörnigten Rhinoceros gar nicht kannte. Auch der große Schultens urtheilte, daß eskein Rhinoceros seyn könnte, weil dieser nur Ein kleines Horn habe, und also nicht für jenenThier mit zwey Hörnern, wie es in der angeführten Stelle aus dem Ziob ist, genommen werdenkönne,28) Reise nach Italien, 4ter Th. S. 366. 367.29) Eb. S. 33.30) Eb. S. 48.