140in dem Brittischen Museum nachzusehen, ob der von Edwards mit solchen großen Nägelnabgebildete Orang dieselbe wirklich auf den Zehen hätte? Ich erhielt den 24sten Juny 1772zur Antwort: „Daß keine Nägel, selbst nicht einmal Ueberbleibsel, und eben so wenig Spu-„ren davon auf den großen Zehen des Orangs gefunden würden." — So mißlich ist es,sich auf Zeichnungen, wenn sie nicht von geschickten und aufmerksamen Zeichnern und unter derAufsicht von Kunstkennern gemacht sind, zu verlassen.Doch um weiter zu gehen muß ich bemerken, daß der von Herrn Hope mir geschenkteOrang, welchen ich noch in Brannteweingeiste bewahre, auch keine Nägel auf jenen Theilenhatte. Sie fehlten auch dem mir von Vosmaer geliehenen, wie auch den großen Zehen derlebendigen Orangs.Es war aber ein sehr kleines Nägelchen auf dem großen Zehen des rechten Hinterfußes, undzwey Knöchel im Orang des van Foey, da in den großen Zehen aller andern nur ein Knöchewar, so wie auf dem dritten Kupfer Fig. 6. S. H. gesehen werden kann. Diese Verschiedenheitscheint aber wohl ein Spiel der Natur gewesen zu seyn; denn der große Zehe des linken Fußeswar, wie in allen vorigen Orangs ohne Nägel, und hatte nur einen Knöchel. Wir dürfenalso den Schluß machen, daß es etwas Eigenthümliches in diesem Geschlechte sey. Denn ob-schon der Gibbon sowohl im Vaterlande, als an Gestalt sehr wohl mit dem Orang überein-kömmt, so hat er doch sehr große und deutliche Nägel auf den großen Zehen, wie man sowohlin dem großen als kleinen Gibbon des Büffon 8), und am deutlichsten in dem Skelet sehenkann, welches van der Steeg vor Kurzem die Güte hatte, mir von Batavia zu schicken,und wovon wir hernach mehr werden reden müssen.Auf den großen Zehen der sogenannten Orangs des Tulpius und Tyson und des Jockevon Büffon sind dieselbe groß und deutlich gezeichnet. Der Asiatische Orang unterscheidet sichalso von allen diesen Orangs — auch ist er in der Farbe sehr merklich verschieden; denn alleAsiatische hatten rothes Haar — der Tysonsche war schwarz, und die übrigen hatten andereFarben. Auch kamen sie alle aus Afrika von Angola oder Guinea, und waren also sehr weitvon den Molucken entfernt.§. 5.8) Band XIV. Kupf. 2 und 3.
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Peter Campers ... Naturgeschichte des Orang-Utang und einiger andern Affenarten, des Africanischen Nashorns und des Rennthiers : mit Kupfern
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140
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