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Peter Campers ... Naturgeschichte des Orang-Utang und einiger andern Affenarten, des Africanischen Nashorns und des Rennthiers : mit Kupfern
Entstehung
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102halte, weil die Hinterklauen an den Hinterfüßen sehr deutlich, an den Vorderfüßen aber un-deutlich abgebildet sind. Er sagt 89): Wenn man dieses mit dem von uns im 42stenKupfer des XII. Theils abgebildeten Chevrautin vergleicht, so wird man sehen,daß diese zwey der nämlichen Art nur eine Varietät ausmachen, welches einem auf-merksamen Naturforscher gewiß so nicht vorkommen wird, weil das Asiatische nicht allein Hin-terklauen an den vier Füßen hat, sondern sie sind auch mit den Knöcheln der Mittelhand unddes Mittelfußes gelenket. Von diesen Hinterklauen und Knöcheln hat das Guineische oderSenegalische Rehchen nicht die geringste Spur. Auch sind die Eckzähne verschieden die desGuineischen Rehchens scheinen meistens mit den Zähnen des Porte=musc übereinzukommensie sind vorne rund und hinten sehr scharf.Das Asiatische kleine Rehchen ist also keine Varietät des Guineischen kleinen Rehchens,sondern eine ganz besondere Art, und müßte vielleicht gar unter ein ganz neues Ge-schlecht gebracht werden! nicht allein, weil es kleinere Eckzähne, sondern auch weil esHinterklauen und Wadenbeine (fibula) hat, welche letztere unter allen mir bekannten wie-derkäuenden Thieren, diesem Asiarischen Rehchen nur allein eigen sind, wie wir in demfolgenden §. weitläuftiger zeigen werden,§. 4.Ausser den angeführten Eigenschaften des Rennthiers habe ich noch etwas Sonderbares anden Hinterfüßen entdeckt; nämlich einen tiefen Gang zwischen der Haut, wo sich die zwey Zehenaneinander heften. Dieser Gang ist einen Federkiel weit, und läuft tief bis zur Gelenkungdieser Finger mit dem Handwurzelbein hinauf. Inwendig waren diese Gänge mit langen Haa-ren besetzt, und aus ihnen floß eine gelbe oelichte Materie, die keinen angenehmen Geruch hatte.Die Vorderfüße dieses Thiers hatten solche Gänge nicht. Auch konnte ich den Nutzenderselben nicht entdecken, weil ich das Gerippe abmachen mußte, und die Hitze des SommersEile erfoderte. Vielleicht würde dieser Stoff wohl jenen starken Geruch, den Mellin demRennhirsch zuschreibt, in der Brunstzeit verursachen können?88) S. 103.