100Hoffberg 80) scheint glücklicher zu muthmassen, indem er diesen sonderbaren Schalldem Anschlagen der Klauen des Fußes gegeneinander zuschreibt. Er nennt es Kletteren, undvergleicht es mit dem Gerassel, welches Nüsse machen, wenn man sie wiedereinander schlägt.Mellin 81) nennet es Krachen, als ob man kleine Steine zusammen schüttele. Wie esauch sey, wir können, da wir sie nie haben laufen gesehen, hier Nichts bestimmen, obschondie Pfoten des ersten Rennthiers dieses Geheimniß beym ersten Anblick einigermassen zu erklärenschienen.§. 2.Die Nägel oder Klauen lagen bey dem ersten Rennthiere mit den Spitzen Kreuzweiseübereinander, wie in der fünften Figur, welche den rechten Vorderfuß vorstellt, so daß derNagel B. C. oben auf, und über D. E. hinlag. So bald man aber nur eben mit derHand unten gegen den Fuß drückte, so giengen sie voneinander, wie in der 6ten Figur angezeigt wird.In dem Drontheimischen und dem Rennthiere, welches ich hernach bekam, stunden dieKlauen nebeneinander, wie sie bey andern vorgestellt sind — doch waren sie an den Seiten,die widereinander angekehrt stunden, etwas ausgehöhlt, wie man in der 6ten Figur von untensehen kann.§. 3.Ausser diesen großen Klauen oder Nägeln, die sehr hohl sind, haben die Rennthiere, wiedie meisten Hirsche noch zwey kleinere, als F. und G. in der 6ten Figur, welche, obschon siehier flach von unten und verkürzt erscheinen, sonst ziemlich lang sind. An den Vorderpfotenwaren sie viel länger, als an den Hinterfüßen, welchen Unterschied weder Büffon, noch Mel-lin bemerkt haben. Wenn sie stehen, ruhen sie auf denselben. Olaus Wormius, der sie82) Ladtkloͤwen nennt, versichert, daß selbst in sehr lockern Schnee die Pfoten nicht tiefer,als bis an diese Hinterklauen oder Sporne, hineinsinken würden.Eigent-80) Eb. S. 164. §. 14.81) Eb. S. 19.82) Museum. S. 337.
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Peter Campers ... Naturgeschichte des Orang-Utang und einiger andern Affenarten, des Africanischen Nashorns und des Rennthiers : mit Kupfern
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