Dousa und Scriverius haben nach Voßius Zeugniß 9):Namque gravem gemino cornû sic extûlit úrum.gelesen, wobey er sich gleich fügt und will, daß der Rhinoceros den wilden oder Auerochsen,obschon wegen dem doppelten Horne schwerer, in die Luft warf u. s. w.Doch Bochart 10), dessen tiefe Gelehrsamkeit und feines Urtheil Euch allen bekannt sind,tadelt hier Scaligern nicht ohne Grund, und schließt dem ungeachtet irrig, daß, da er selbstkeinen zweyhörnigten Rhinocer gesehen hat, diese Stelle ganz verdorben seyn müsse — undwollte also lieber so lesen:Namque gravem, geminum cornu sic extulit ursum.Daß das Nassorn mit seinem Einen Horn zwey schwere Bären in die Höhe warf — oder,wenn man lieber nur Einen Bär wolle, daß man alsdenn Gethicum ursum (einen Scythischenoder Nördlichen Bären) lesen müsse.Alle scheinen die merkwürdige Stelle beym Pausanias 11) vernachläßigt zu haben, wo erdoch ausdrücklich sagt: „Auch ich sahe Aethiopische Stiere, die man mit Recht Nashörner nennt,„weil sie auf der Spitze der Nase ein Horn, und ein wenig höher ein zweytes, aber nicht so„großes haben. Auf dem Kopf ist gar keins,“ das ist, keines oben auf dem Kopf, wie mangewöhnlich das Einhorn abbildete.Die angeführten Ausleger hielten sich alle lieber an Plinius 12), der das Nassorn mitEinem9) De Orig. & progr. Idolatriae. S. 378. Lib. 3. c. 56.10) Hieroz. S. 932. 11.11) Lib. 9. c. 21. S. 750. Vidi etiam aethiopicos tauros, quos ex re ipsa Rhinocerotas nomi-nant, quod illis e nare extrema cornu prominet, & paulo superius alterum, non sane magnum.In capite nullum prorsus habent. Kuhn erzählt in seinen gelehrten Anmerkungen über Pausanias(Lib. V. c. 12. S. 404.), von einem seiner Freunden gehört zu haben, daß schon 1696 der gelehrteBaluzius demselben die beyde Hörner des Nassorns gezeigt hätte,12) Tom. I. Lib. 8. c. 29. Ed. Harduini.
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Peter Campers ... Naturgeschichte des Orang-Utang und einiger andern Affenarten, des Africanischen Nashorns und des Rennthiers : mit Kupfern
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