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Peter Campers ... Naturgeschichte des Orang-Utang und einiger andern Affenarten, des Africanischen Nashorns und des Rennthiers : mit Kupfern
Entstehung
Seite
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Dieses aus dem Plutarch angeführte Beyspiel zeigt zugleich, daß Büffons Behauptung 3)übel gegründet sey. Er meint nämlich, daß Philander aus Amerika nach Asien übergebracht,und daselbst fortgepflanzet sey, da man sehr deutlich aus dem Plutarch sieht, daß die Griechenund Römer viele Jahrhundert vor der Entdeckung von Amerika dieses Thier sehr gut gekannt,und es würdig gehalten haben, eine solche Sittenlehre von ihm zu entlehnen. Und so ist dennPlutarch aus der Thierkenntniß erläutert, und so sind denn seine, durch Unwissenheit der Ab-schreiber verdorbene Worte, verbessert, und wieder hergestellt!Jetzt nähern wir uns unserm vornehmsten Endzweck, und erläutern ein Gedicht des Mar-tial, womit sich sehr viele große Männer, aus Mangel an Kenntniß der Naturgeschichte, ver-gebens gequält haben.Der große Pompejus, und verschiedene römische Kaiser, Augustus, Nero, Domi-tian, Antoninus Pius, Gordian und Heliogabal, gaben sowohl aus Liebe zur Pracht,als zum Vergnügen des Volks, allerley Thiergefechte von fremden Thieren, unter andern vonRhinocerossen mit Stieren, Elephanten, Bären u. s. w., wie man aus Plinius, DicCaßius, Lampridius, und andern sehen kann. Sogar einige Kaiser fochten selbst mit die-sen Ungeheuern, wie Dio Caßius erzählt, daß Commodus und Caracalla verschiedeneRhinocerosse in den Thiergefechten besiegt und getödtet hätten 4).Mar-3) Im Jahr 1777 erhielt ich vom Herrn van der Steege aus Batavia das Gerippe der ächten AsiatischenBeutelratte, welche sehr von der Amerikanischen, und beynahe in allen besondern Theilen, die zweyBeutelknochen, das Scham= und heilige Bein, und die Zahl der Wirbel ausgenommen, abgeht. DieAsiatische hat nur 28 Zähne, da die Amerikanische 50 hat. Der Asiatischen fehlen die Eckzähne u.s. w. Schon in einem Brief vom 23. Nov. 1778 theilte ich eine Beschreibung davon dem HerrnPallas mit und in dem Zusatz zur Didelphis Asiatica in den Petersburger Acten (T. I. P. 2.S. 228) habe ich schon gezeigt, daß es Pennants Canguroo oder Zimmermanns Gerboa Giganteasey. Im Herbste 1785 zeigte ich in London dem Ritter Banks, nach dessen Stück Pennants Figurgemacht war, daß der Canguroo an den Hinterfüßen wirklich vier Finger, und nicht drey, wie Pen-nant will, hatte. Durch diese nähere Aufklärung verschwindet der Zweifel des Zimmermanns, derdie Gerboa Gigantea deswegen von dem Canguroo verschieden zu seyn meinte, gänzlich. S. meinekl. Schriften 4ter Band.1) S. 1211 und 1292.