Rennthier spricht, und es zum Bewohner des Hercynischen Waldes macht. DieStelle ist diese: Est hos cervi figura, cujus a media fronte inter aures unum cornu existitexcelsius, magisque directum his, quae nobis nota sunt, cornibus &c. Die Worte unumcornu haben den Auslegern immer zu schaffen gemacht. Mir deucht mit einer kleinenVeränderung wäre der ganzen Stelle geholfen. Wenn man also mit Merrem utrumoder utrumque cornu lesen will, so verschwindet die Schwierigkeit, und die Abwei-chung von der gewöhnlichen Lesart ist geringe.So gewiß nun aber die kältern Gegenden der wahre Sitz des Rennthiers sind, undso wenig es auch in Frankreich und in der Gegend von Danzig hat leben, oder sichfortpflanzen können, so muß ich hier doch einen glücklichen Versuch anführen, den manjetzt in Engelland gemacht hat, und der in den Analyicial Review's in der Anzeige einerReise durch Schweden 2c. von Consath angezeigt ist. Der Ritter Liddel nämlichhat das Rennthier nach Engelland gebracht, nach einer Gegend beim Schlosse Effingtonim nördlichen Theile von Northumberland, wo das sogenannte Rennthiermoos (lichenrangiferinus) häufig wächset. Jetzt hat das Weibchen schon Junge geworfen, und ver-spricht eine große Fruchtbarkeit. Auf diese Art werden wir auch bald dies nützlicheThier sich daselbst verbreiten sehen.Diese Abhandlung wurde in der Urschrift den Kaufleuten Ovens zu Friederichs-stadt in Schleswig zugeeignet. Auch sie hat einige Zusätze erhalten.Der Verfasser war willens, auf diesen Band einen andern folgen zu lassen, wennihn nicht der Tod übereilt hätte. Die Zergliederung des Nilpferds, des KapschenAmeisenbärs, der Asiatischen Beutelratten, des Kameels, des Crocodils vom Gangesdes Wallfisches und anderer seltenen Thiere würde den Stoff dazu hergegeben haben.Zum Theil liegt derselbe schon in der Handschrift fertig, und wir haben Hoffnung, daßHerr A. G. Camper, welchem alle Handschriften zu Theil geworden sind, uns noch mitder Ausgabe desselben erfreuen werde.Leeuwarden,den 1. April 1790.Herbell.Natur-
Druckschrift
Peter Campers ... Naturgeschichte des Orang-Utang und einiger andern Affenarten, des Africanischen Nashorns und des Rennthiers : mit Kupfern
Entstehung
Seite
8
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten