LIEBESWEISHEIT
Jeden packt einmal die dicke Liebe,Packt einmal die feiste Leidenschaft;Und sie dauert, bis zu dem BetriebeEines Tags der heilige Fleiß erschlafft.Mit der Tatkraft schwindet die Begeistrung,Schwer- und Weh- und Übermut entschwebt,Trotz der schämigen Gefühlsverkleistrung,Welcher die Gewohnheit sich bestrebt.Kritisiert wird, wo man sonst geschmachtet;Die Figur, der Zuschnitt des GewandsWird mit nörgelndem Verdruß betrachtet —Des bislang geliebten Gegenstands.Auch der Spendereifer ist geschwunden:Früher war ein liebreiches GeschenkMit entzücktem Opferstolz verbunden;Heute schmerzt es nur im Handgelenk.Und die Hand, die sonst in weichen WellenGlättend hinfuhr, wo sich zeigt' ein Weh,Legt sich neuerdings in solchen Fällenschwer und wuchtig auf das Portemonnaie.
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