t. 3 2 7 _
giebt der König jährlich einmal an seinem Geburtstage,und es heilst in Persischer Sprache Tykla, in der Hel-lenischen Teleion. An diesem Tage allein salbt derKönig sein Haupt, und beschenkt die l'erser. DiesenFesttag wartete Amestris ab, und bat den Xerses, ermöchte ihr die Gemahlin des Masistes schenken. Al-lein der König hielt es für grausam und abscheulich,ihr diese Bitte zu gewähren, weil es die Gattin seinesBruders war, und an allem unschuldig; denn er ver-uimuihe'te ihr Vorhaben. Endlich aber, da sie bey ihrerBitte beharrte, und es night in seiner Macht stand, ihrbey dem königlichen Gastmal eine Bitte zu verweigern,so gestand er sie ihr zu, obwohl äufserst ungerne.
Nachdem er seine Einwilligung gegeben, sagte erder Amestris, sie sollte thun , was sie zu thun begehrte.Dann liefs er seinen Bruder vor sich kommen undsprach zu ihm: „Masistes, du bist des Darius Sohn,„und mein Bruder, zudem noch ein wackerer Mann.„Behalte deine gegenwärtige Gemahlin nicht, sondern„nimm statt ihrer meine Tochter zur Ehe. Heyrathe„diese, und entferne dein jetziges Weib, denn dies ist„mein Wille."
Voller Erstaunen über diesen Antrag, sprach Ma-sistes: „Welche schreckliche Zumuthung, mein Gebie-ter, ist diese? Meine Gemahlin, von der ich schon,,drey erwachsene Söhne und auch Töchter habe, de->,ren eine du deinem Sohne zur Ehe gabst; sie, die„meinem Heizen so werth ist, gebeutst du mir zu ver-„stofse«, um mich mit deiner Tochter zu vermählen?