Druckschrift 
2 (1799)
Entstehung
Seite
238
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Ein Mann, der sich für einen Ueberläufer ausgab, inderThat aber ein Feind und Meuchelmörder war, schlugihm im Pritaneum mit einer Axt den Kopf ein.

Nach seinem Tode schickten die Pisistratiden den 39Miltiades, des Cimons Sohn, auf einer Triere nach demChersones, um dort die Herrschaft zu übernehmen.Denn schon in Athen hallen sich die Pisistratidenfreundschaftlich gegen den Miltiades betragen, gleich-sam als ob sie um den Tod seines Vaters Cimon, des-sen nähere Umstände ich in der Folge angeben will,nichts wüfsten. Sobald der neue Befehlshaber im Cher-sones angekommen war, hielt er sich in seinem Hausezu der Leiche seines Bruders Stesagoras, und betrauerteihn zum Schein. Als sich aber darauf die Machthaberin allen Städten des Chersones von allen Seiten herversammelten, um -mit ihm die Trauer zu begehen,liefs er sie in Fesseln legen, und behauptete durch die-sen Schlag sowohl als durch den Schutz, den ihm fünf- thundert Söldner gaben, die er unterhielt, sein Ansehenim Chersones. Zugleich vermählte er sich mit desThra-cischen Königes Olorus Tochter, Hegesipele.

Bald nach seiner Ankunft drängten sich ihm aber 40noch schwierigere Schicksale auf. Im dritten Jahremufste er vor den nomadisirenden Scithen, die, durchden König Darius gereitzt, jetzt bis an den Chersonesstreiften und raubten, die Flucht ergreifen. Miltiadeswartete ihre Ankunft nicht ab; sondern verliefs denChersones, bis die Scithen sich wieder wegbegeben hat-ten, und die Doloncher ihn zurück führten. Dies be-gab sich noch drey Jahre vor nachstehenden Vorfällen.