1Ö7
Rü Memphis erfahren. Die Hellenen erzählen nehstmanchen andern unwahren Dingen auch dies: l'sam-rneiichus hatte einigen Weibern die Zungen ausschnei-den und durch diese die Kinder erziehen lassen. —Noch mehrere Dinge habe ich bey meinen Unterredun-gen mit den Priestern des Hephaistus zu Memphis ver-nommen, und hin nachher nach Theben und Heliupolisgegangen, um zu hören, ob die Erzählung dieser Leutemit den Aussagen der Memphischen Priester überein-stimmten. Denn die Heliupoliten werden unter allenAegyptem für die wahrhaftigsten gehalten. Indessenbin ich nicht Willens, irgend etwas, was ich vongöttlichen Dingen gehört habe, die Namen der Götterallein ausgenommen, wieder zu erzählen, weil ich ver-muthe, dafs alle Menschen eben so viel davon wissen.Deshalb werde ich'nur das berühren, worauf michmeine Erzählung nothwendig leitet.
Was die menschlichen Angelegenheiten betrifft, sostimmen die Aegypter in folgenden Dingen miteinan-der überein. Sie sagen, ihre Vorfahren hätten zuerst dasJahr erfunden, und nach dem Wechsel der Gestirne inzwölf Theile eingetheilt. Jeder Monat hat bey ihnendreyfsig Tage, und sie fügen, um der natürlichen Ord-nung der .Jahrszeiten zu folgen, aufserdem noch fünfTage zu [jedem. Jahre hinzu. Auf diese Weise wirdbey ihnen der Kreislauf vollständig und diese Einrich-tung ist besser wie die der Hellenen, die in }edes dritteJahr einen Monat, einschalten, um in der natürlichenOrdnung zu bleiben. — Sie behaupten auch, die Ae-gypter hätten zuerst den zwölf Göttern ihre verschied-