30
griffe. Sie räethen ihm, das mächtigste Hellenische Volkzu .seinen Bundsgeoossen zu wählen.
Krösus gerieth über diese Orakelsprüche, als er sie 54vernahm, für Freude ganz aufser sich. Denn erzähltenun fest darauf, flafs er das Reich des Cyrus zu Grunderichten würde, und schickte wiederum nachl'ylho undbeschenkte alle Delphier, nachdem er ihre Zahl ausge-forscht hatte, jeden mit zwey Slateren Goldes. Dagegengaben die Delphier dem Krösus und den Lydern das\ orrecht, das Orakel immer zuerst befragen zu dürfen,ferner die F'eyheit, von allen Abgaben, den Vorsitzund einem jeden von ihnen, der Gebrauch davon ma-chen wollte, die Erlaubnifs, sich auf immer in Delphiiiicdei zulassen,
Kachdem Krösus die Delphier beschenkt hatte, 55befragte er das Orakel zum drittenmale. Denn daer sich einmal von seiner Wahrhaftigkeit überzeugthatte, überiieüs er sich ihm nun auch gänzlich. DieI'iage, die er diesmal an dasselbe richtete war: oh erseine Alleinherrschaft: lange behaupten würde, und dieTythia gab ihm folgende Autwort;
„Wird ein Manltliier einmal die Medor beherrschen,
so fliehe,„O weiclifi'ifsiger Lycler , über den steinigten Hermus,„Und verweile nicht länger, noch schäme dich mehr
deiner Feigheit,'«
Als diese Antwort an den Krösus gelangte, freute 56er sich ihrer noch weit mehr, als der vorigen, weil er