Druckschrift 
3 (1800)
Seite
361
Einzelbild herunterladen
 

361waltthätigkeit, Plünderung, Verheerung undMord. Wahrlich! sie sind seiner Werth. Aberkönnen wir solche Zwecke, und solche Mittel zurErreichung derselben, ehrenvoll nennen? Vonihnen die höhere Freyheit und Bildung undWohlfarth unseres Geschlechtes erwarten? Wirdſich je ein Rechtſchaffner damit befaſſen? Undmüssen wir nicht, wenn wir Aufruhr und Em-pörung in dieser ihrer wahren Gestalt betrachten,sie nach unsrer Vernunft und unsrem Gewissenals unerlaubt und schändlich, als Hochverrathan unsrem Vaterlande und der Menschheit ver-werfen?Und noch mehr werden wir dieses thun, wennwir zum andern sehen, wie gefährlichsie sind. Alle Aufrührer und Empörer der ver-gangenen und gegenwärtigen Zeiten, führtenund führen die menschliche Freyheit und Wohl-farth im Munde. Alle verheisen denen, die sichmit ihnen zu gleichem Zwecke verbinden, eineGlückseligkeit, die sie selbst oft, sehr weit ent-fernt sind, von ihrer Unternehmung zu hoffen.Und dürfen wir denn wohl den Aufruhr, dieEmpörung, wozu sie uns rufen, als sichere, oderauch nur als wahrscheinliche Mittel zur Erreichungjener Abſicht betrachten? Was ſagt uns die Vernunft?Was sagt uns die Geschichte unsres Geschlechtes:Und was unsre eigne Erfahrung? Wenn wir dieStim-