355gem Nachdenken läßt es sich nicht wohl verken-nen, daß sich die Freyheit, die Wohlfarth, diehöhere Bildung und Vollkommenheit unseresGeschlechtes, mit jeder, nur in sich vernünfti-gen und gerechten Verfassung vertragen, weilsie vornehmlich auf der Sittlichkeit ruhen, sowie sie allenthalben, wo diese zerstört ist, ent-weichen. Die Geschichte selbst belehret uns,daß gerade unter Verfassungen, welche jezt sosehr und so allgemein als unverträglich mit dermenschlichen Freyheit und höheren Wohlfarthverschrien werden, diese gleichwohl bisher diegrößten und wichtigsten Fortschritte gemacht ha-ben, so wie uns unsre eigne traurige Erfahrungnicht daran zweifeln läßt, daß sie fast un-aufhaltsam sinken, daß sich die traurigstenAussichten für die Zukunft jedem Nachden-kenden öffnen, seitdem Empörungs- und Um-wälzungssucht ihr, mit der Sittlichkeit jedeArt des menſchlichen Glückes zertrümmerndesSpiel treiben. Und eben diese Bemerkungendie keinem aufmerksamen Beobachter in unserenTagen entgehen, machen ihm auch alle Unterneh-mungen, welche auf den gewaltsamen Umsturzder so lange bestandenen, und unserem Geschlech-te bißher Sicherheit und Wohlfarth gewährendenVerfassungen, hinzielen im höchsten Grade ver-dächtig. Und er wird sich in dieser Rücksicht umso viel weniger von dem herrschenden Taumel3 2hin-
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3 (1800)
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